2026 Februar 10

Live dabei

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Zur Keynote von Politikberater Johannes Hillje auf dem Münchner Symposium „Demokratie stärken: Beteiligen statt Polarisieren“.

von Katja Volkmer

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Der Saal ist gut gefüllt, als Dr. Johannes Hillje auf Einladung der „Stiftung Weiter-Denken“ auf die Bühne gebeten wird.

Bevor der Politikforscher an diesem Januarabend 2026 einige Thesen aus seinem aktuellen Buch erläutert, präsentiert er eine Zeichnung, die viele im Plenum verblüfft. Man sieht zwei um die Wette laufende Gehirne. Dabei schlägt der Läufer „SYSTEM 1“ (mit 95%) den Läufer „SYSTEM 2“ (mit 5%) deutlich aus dem Rennen. „Unser Gehirn denkt in zwei Geschwindigkeiten“, erklärt Hillje. „95 Prozent unserer Entscheidungen werden im ersten, emotionalen System gefällt.“ Weit abgeschlagen sei das zweite, in dem wir reflektieren und rationalisieren. Und damit demonstriert der politische Berater auch schon anschaulich, was er den demokratischen Parteien dringend ans Herz legen möchte: Mehr Emotion wagen!


„Wir sind alle emotionale Wesen und treffen emotionale Entscheidungen. In meiner Welt, der Politik, ist das noch nicht so anerkannt.“ – so Hillje.

Leider hätten die demokratischen Kräfte hier zu Lande eine regelrechte „Emotionsaversion“. Diese Lehre habe man aus der Nazi-Propaganda gezogen – natürlich aus guten Gründen. Schließlich waren Emotionen in der NS-Zeit in großem Ausmaß missbräuchlich eingesetzt worden. Heute bauten die Populisten vom rechten Rand hingegen wieder genau darauf, so Hillje. Das Schüren von negativen Emotionen wie Wut und Angst sei aktuell deren stärkstes Erfolgsrezept. Und es würden gezielt Feindbilder aufgebaut – mit der Folge, dass viele in der AfD eine Hoffnungsträgerin sähen. Eine These, die auch von einer Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung untermauert wird.

Johannes Hillje ordnet die komplexen Zusammenhänge verständlich ein. Das sprichwörtliche „Pathos der Nüchternheit“ unserer demokratischen Parteien dürfe nicht dazu führen, Emotionen ganz aus der Politik herauszulassen. Der Wissenschaftler hält diese Gefühllosigkeit in der Kommunikation mit für einen Grund, warum es eine Wählerbewegung von der demokratischen Mitte hin zur äußeren Rechten gebe. Von deren Heilsversprechen fühlen sich die gezielt emotionalisierten Menschen stark angezogen. Eine von Hillje durchgeführte Studie aus dem Jahr 2024 zeigt, dass Bürger aller Wählerschichten durchaus das Bedürfnis haben, auch emotional angesprochen zu werden. Die Forschung weist also in eine viel gefühlvollere Richtung als die Realpolitik der demokratischen Parteien, die meinen, weitgehend emotionslos auskommen zu können. Was natürlich nicht heiße, so der rhetorisch geschliffene Autor, dass er ihnen jetzt raten würde, das populistische Verhalten von Rechtsaußen zu kopieren.


Johannes Hillje ist von der „Hoffnungsforschung“ inspiriert – einer Disziplin der Sozialpsychologie, die stark auf Selbstwirksamkeit abzielt.


In seiner Keynote plädiert Johannes Hillje für eine demokratische Emotionskultur. Schließlich seien positive Gefühle ein hervorragender „Türöffner“ fürs rationale Denken. Mit ihnen könnten uns Politiker für vernünftige, substanzielle Ideen und Programme regelrecht aufschließen. Und dabei gehe es um mehr als das formelhafte Beschwören von „Freiheit“, „Wachstum“ oder „Wohlstand“. Schlagworte, die alle nicht auf den konkreten Alltag der Menschen abzielten – und so den Einzelnen überhaupt nicht erreichen würden.
Mit positiven Beispielen für mehr Emotionalität und Bildhaftigkeit in der politischen Kommunikation schließt Johannes Hillje seinen erkenntnisreichen und vielschichtigen Vortrag ab.

Johannes Hillje ist Politikforscher und berät Institutionen, Parteien, Politiker, Ministerien, Unternehmen und NGOs. Als Experte für (Rechts-)Populismus, Fake News, politische Kommunikation und demokratische Öffentlichkeit tritt er häufig in den Medien auf, kommentiert das politische Geschehen und analysiert Wahlkämpfe. Er wurde 2023 zu „Deutschlands Young Thinker“ ausgezeichnet – vom Fachmagazin politik&kommunikation.

Wenn Sie Johannes Hillje für Ihre Veranstaltung als Redner anfragen möchten, rufen Sie uns an unter +49 89 5472619-0 oder mailen Sie uns.

2026 Januar 29

Interviews

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Wie nutzen wir die Krisen unserer Zeit als Chancen, Tanja Schindler?

von Katja Volkmer

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Das neue Jahr ist jung, frisch und voller Möglichkeiten. Doch wir blicken bang in die Zukunft, besonders aus geopolitischen Gründen. Ob privat, als Teil eines Unternehmens oder einer Institution fragen sich gerade viele: Wie geht’s weiter? Wie gut, dass die Econ Referenten-Agentur einen heißen Draht zu einer der international gefragtesten Vordenkerinnen für Futures Thinking, Resilienz und Transformation hat: Tanja Schindler. Von ihr wollen wir wissen:

Was raten Sie Menschen, die angesichts der Nachrichtenlage einen Knoten im Bauch verspüren und sich ernsthafte Sorgen um ihre Zukunft machen? Anders gefragt: Wie können wir unsere persönliche Resilienz stärken?

Wir sind permanent von Bildern einer düsteren Zukunft umgeben, in den Nachrichten, Social Media, und meistens auch in Filmen. Das erscheint zunächst vernünftig: Als Menschheit haben wir gelernt, Risiken früh zu erkennen und diese rechtzeitig abzuwehren. Doch genau dieses Schutzverhalten kann uns in eine mentale Falle führen. Denn unser Gehirn filtert die Informationsflut, die täglich auf uns einströmt. Es sucht gezielt nach den Signalen, die zu dem Zukunftsbild passen, das wir bereits im Kopf haben. Wenn dieses Bild geprägt ist von Angst, Krisen und Kontrollverlust, dann nehmen wir auch die Gegenwart verzerrt wahr, nämlich als bestätigendes Szenario für ein Morgen, das wir fürchten. Das macht uns Angst und gibt wenig Hoffnung.

„Resilienz heißt nicht, unverwundbar zu sein. Es bedeutet, beweglich zu bleiben im Denken und Handeln, gerade in Zeiten hoher Unsicherheit.“

Deshalb ist es so entscheidend, sich bewusst ein konkretes Bild einer wünschenswerten Zukunft vor Augen zu führen. Eine Zukunft, in der wir leben möchten, nicht nur eine, vor der wir uns schützen wollen. Denn nur wer weiß, wohin er möchte, erkennt auch die schwachen Signale des positiven Wandels in der Gegenwart und kann sie gezielt stärken. Resilienz heißt nicht, unverwundbar zu sein. Es bedeutet, beweglich zu bleiben im Denken und Handeln, gerade in Zeiten hoher Unsicherheit. Und das beginnt mit einer Frage, die wir uns viel öfter stellen sollten: In welcher Welt möchten wir leben? Sobald wir darauf eine Antwort haben, beginnt die Zukunft gestaltbar zu werden und Zukunftsangst weicht neuer Hoffnung.

Sind unsere Unternehmen in diesen wirtschaftlich ungewissen Zeiten genügend gut auf die Zukunft vorbereitet? Wie können sie ob klein oder groß schon heute klug die Weichen für morgen stellen oder, wie Sie es nennen, „voraushandeln“?

In Zeiten des Wandels reicht es nicht mehr, die Gegenwart zu optimieren. Unternehmen müssen sich strategisch mit der Frage auseinandersetzen, welche Zukunft wir durch unser Handeln heute möglich machen wollen. Zukunft ist nicht vorhersehbar, aber sie ist gestaltbar, wenn wir lernen, Zukunft weniger als Zeit sondern als Raum der Möglichkeiten zu sehen. Strategic Foresight hilft, unterschiedliche Zukünfte zu erkunden, Risiken frühzeitig zu erkennen,  aber vor allem, eine bevorzugte Zukunft bewusst zu wählen und sie aktiv zu verfolgen. Gerade kleinere Unternehmen profitieren davon, wenn sie sich frühzeitig fragen, welche Entwicklungen ihr heutiges Geschäft verändern können technologisch, gesellschaftlich, und ökologisch. Und welchen Beitrag leisten sie zu einer Zukunft, die sie auch in zehn Jahren noch vertreten möchten?

„Zukunft ist nicht vorhersehbar, aber sie ist gestaltbar, wenn wir lernen, Zukunft weniger als Zeit, sondern als Raum der Möglichkeiten zu sehen.“

Voraushandeln heißt also, nicht nur auf mögliche Krisen zu reagieren, sondern mutig auf eine Zukunft, die Hoffnung und neue Möglichkeiten schafft, hinzuarbeiten und das ganzheitlich für das eigene Unternehmen, die Mitarbeitenden und die Gesellschaft. Wer sein Handeln heute an einem wünschenswerten Zukunftsbild ausrichtet, trifft nachhaltigere Entscheidungen und wird resilienter gegenüber dem, was kommt.

Neben den geopolitischen Horrorszenarien geistern „Digitalisierung“ und „KI“ als weitere Schreckgespenster durch unsere Köpfe. Wie nutzen wir privat die Möglichkeiten angstfrei und klug, um uns für die Zukunft aufzustellen?

Digitalisierung und KI sind keine Naturgewalten, sondern wir entscheiden, wie wir mit ihnen umgehen. Ein erster Schritt zu einem souveränen Umgang ist die Erkenntnis, dass KI immer auf Daten der Vergangenheit basiert. Sie erkennt Muster der Vergangenheit und verstärkt gegenwärtigen Trends, aber ohne menschlichen Input kann sie nicht zwischen sinnvoller Innovation und Wiederholung alter Fehler unterscheiden. Gerade deshalb braucht es Menschen, die reflektieren, hinterfragen und mitgestalten. Privat bedeutet das, wir müssen neugierig bleiben, lernen und verstehen. Wer digitale Tools bewusst auswählt und sich fragt, welchen Mehrwert sie bieten – für Bildung, Kreativität oder Teilhabe –, nutzt Technologie angstfrei und verantwortungsvoll.

Und was gilt es im unternehmerischen Kontext zu beachten?

Unternehmen tragen hier eine besondere Verantwortung. Digitale Innovation darf nicht zu Lasten der persönlichen Freiheit gehen. Datensouveränität wird so zum Zukunftskapital, denn wer mit den Daten seiner Kund*innen und Mitarbeitenden sorgfältig umgeht, schafft Vertrauen, und das ist einer der wichtigsten Werte in einer Welt, in der Realität und KI-generierte Inhalte immer schwerer zu unterscheiden sind. Die zentrale Frage für die Zukunft wird sein: Nutzen wir Daten, um das Leben zu verbessern oder nur, um Systeme und Marketingalgorithmen zu optimieren? Unternehmen, die hier transparente, faire und inklusive Mechanismen etablieren, sichern sich nicht nur regulatorische Sicherheit, sondern auch gesellschaftliche Legitimität. Und dazu gehört eben zu wissen, wo und wie unsere Daten gespeichert und weiter genutzt werden. Kurz gesagt: Vertrauen und Daten sind die neue Währung der Zukunft.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Tanja Schindler ist international tätige Futuristin und Strategic-Foresight-Expertin, die Organisationen durch Transformation und Innovation begleitet. Aktuell ist sie Foresight Lead bei Kaufland und in der Schwarz Gruppe, wo sie zu strategischen Zukunftsfragen arbeitet. Sie spricht weltweit über Futures Mindset und Zukunftsresilienz – u.a. für die European Commission, Ministerien in Dubai sowie im WEF Global Foresight Network. Schindler vermag es, ihr Publikum für die Zukunft zu begeistern und Zukunftsangst in Freude zu verwandeln.

Wenn Sie Tanja Schindler für Ihre Veranstaltung als Redner anfragen möchten, rufen Sie uns an unter +49 89 5472619-0 oder mailen Sie uns.

Das Interview führte Katja Volkmer, freie Redakteurin und Mitarbeiterin der Econ Referenten-Agentur.

Fakten und Forschung statt Blick in die Glaskugel
Sie wünschen sich weitere Expertise in Sachen „Zukunft“ und „Resilienz“? Mit Dr. Florence Gaub (Politikwissenschaftlerin, Militärstrategin und Zukunftsexpertin), Jule Bosch (Innovations- und Transformationsberaterin, Zukunftsdesignerin) oder Prof. Dr. Pero Mićić (Zukunftsmanager) können Sie bei uns weitere Rednerinnen und Redner buchen, die Ihren Gästen wertvolle Strategien aufzeigen und inspirierende Impulse geben.

2025 Dezember 19

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Frohe Feiertage 2025 vom Team der Econ Referenten-Agentur!

von Marion Gissing

Wir senden Ihnen beste Wünsche für besinnliche und stressfreie Feiertage!

Im Bild sehen Sie von links nach rechts das Agentur-Team Marion Gissing, Patricia Dölle, Kathrin Kallio und Katja Volkmer. Es ist entstanden als wir bei unserer Weihnachtsfeier im Hotel Vierjahreszeiten in München zum Afternoon-Tea waren. 🙂

Ganz herzlich möchten wir uns an dieser Stelle bei unseren Kunden, Referenten, Geschäftspartnern und Blog-Lesern für ein gelungenes Jahr 2025 bedanken. Wir schätzen das Vertrauen, das Sie in unsere Agentur setzen und freuen uns auf die Zusammenarbeit in 2026!

Wir sind ab 23. Dezember in der Weihnachtspause. In dringenden Fällen senden Sie uns bitte eine E-Mail an info@econ-referenten.de und wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen. Ab 07. Januar sind wir wieder wie gewohnt für Sie da!

2025 Dezember 09

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Weihnachtliche Büchertipps: Von Szenarios, Sparschweinen und Spaceboys

von Katja Volkmer

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Sie brauchen noch Geschenkideen oder Leseempfehlungen für Ihren eigenen Weihnachtsurlaub? Viele unserer Rednerinnen und Redner brillieren auch als Autoren. Mit diesen drei spannenden, ermächtigenden und inspirierenden 2025er-Neuerscheinungen steht dem Lesemarathon zwischen den Jahren nichts mehr im Wege.

Wir wünschen Ihnen gute Lektüre, lohnende Erkenntnisse, schöne Ferien und einen Spitzenstart ins neue Jahr!

Szenario: Die Zukunft steht auf dem Spiel

Die Politikwissenschaftlerin, Militärstrategin, Zukunftsexpertin und Direktorin am NATO Defense College, Florence Gaub, ist derzeit auch als Autorin und Spielstrategin in aller Munde. Denn inmitten einer offenen und bedrohlichen Zukunft gibt sie ihren Leserinnen und Lesern ein Gefühl der Hoffnung und Selbstbestimmung.

Welche Gefahren bedrohen Frieden und Freiheit? Müssen wir tatenlos zusehen? Wie unsere Zukunft aussieht, hängt nicht nur von Russland, den USA und einer Handvoll unberechenbarer, machthungriger Männer ab, sondern von einer großen Anzahl anderer Akteure: uns selbst. „Szenario“ gibt uns das Gefühl zurück, dass auch wir eine Rolle in unserer Zukunftsgestaltung spielen und durchaus Handlungsmöglichkeiten haben.

Wir empfehlen dieses Buch allen, die es satthaben, gelähmte Zuschauer des Weltgeschehens und Zaungast in ihrem eigenen Leben zu sein. Denn Florence Gaub lädt uns ein, selbst außenpolitische Entscheidungen zu treffen. Ihr spielerisch-strategisches Buch vermittelt Einblicke in mögliche Prozesse. Mit ihren spannenden Szenarien folgen wir unterschiedlichen Pfaden und kommen so ins Handeln.  

Vom Sparschwein zum Strandhaus
Der Finanzratgeber für die zweite Lebenshälfte

Die Pionierin unter den Börsen- und Finanzexpertinnen im deutschen Fernsehen, Carola Ferstl, legt mit ihrem neuen Sachbuch Erfolgsrezepte für die besten Jahre vor. Mit größtem Know-how und Informationen aus erster Hand eröffnet die Moderatorin der ntv-telebörse viele gute Perspektiven auf die finanzielle Sorglosigkeit.

Wie mehre ich mein eigenes Vermögen mit einem positiven Mindset? Wie regele ich meinen Nachlass vorausschauend? Wie erfülle ich mir im Alter Träume und sichere Teilhabe? Geld haben, sich des Wohlstands freuen und die eigene Erfolgsgeschichte fortschreiben: Das ist für viele Menschen leichter gesagt als getan. Carola Ferstl weiß genau, wie wir im besten Sinne vorsorgen und unserer Zukunft gelassen entgegensehen können.

Der Econ Lesetipp für alle, die sich unsicher sind, ob ihre Rente wirklich reicht und die typische Finanzfehler vermeiden wollen. Mit unzähligen guten Tipps zur persönlichen Finanzstrategie zeigt die Bestseller-Autorin, wie Sie Ihren Wohlstand nachhaltig sichern. Mit Kassensturz, Kurskorrektur und Klarheit nimmt sie die diffusen Geldängste, die viele plagen.

Spaceboy: Über David Bowie. Über mich

Wussten Sie, dass David Bowie für Frank Schätzing zur Inspirationsquelle seines eigenen Wegs als Kreativer wurde? Dass es eben dieser Superstar war, der seine Reise durch Zeit und Raum seltsam beeinflusste? Wie es kam, dass er zum Zeichner, Musiker, Performer, Autor weltberühmter Thriller und populärer Sachbücher wurde, erzählt Schätzing in einer sehr persönlichen Story.

1969 ist Frank zwölf und nicht gerade ein Sinnbild für Coolness auf dem Schulhof seines Kölner Gymnasiums. Er kann zwar den „Herr der Ringe“ auswendig, aber von Popmusik hat er ebenso wenig Ahnung wie von Fußball. Und rauchen tut er auch nicht. Doch plötzlich wird alles anders, denn ein langhaariger Musiklehrer legt eine LP auf: David Bowies „Space Oddity“ …

Leseempfehlung für alle, die nicht nur Bowie lieben, sondern auch Schätzing und seine Bücher. Fesselnd und berührend schreibt der Autor darüber, wie Bowie seinen Lebensweg begleitet, bereichert und auf nahezu magische Weise immer wieder gekreuzt hat. Und wie er selbst zum sich ständig neu erfindenden Gesamtkunstwerk wurde.

Wenn Sie nicht nur Lust aufs Lesen bekommen haben, sondern auch einen der Redner für Ihre eigene Veranstaltung anfragen möchten, rufen Sie uns an unter +49 89 5472619-0 oder mailen Sie uns. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!

Copyright Foto Florence Gaub: Debora Mittelstaedt

2025 Dezember 02

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Die Zukunft ist offen – Florence Gaub auf der Münchner Bücherschau

von Kathrin Kallio

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München, 27. November 2025

Die Münchner Bücherschau bot an diesem Abend nicht nur Literatur, sondern auch einen Blick in mögliche Zukünfte. Die Politikwissenschaftlerin und Zukunftsforscherin Florence Gaub stellte im Haus der Kunst ihr neues Buch „Szenario. Die Welt steht auf dem Spiel“ vor – und verwandelte die Lesung in eine lebendige Denkwerkstatt.

Das Buch, das sich wie ein Roman liest, jedoch wissenschaftlich fundiert mit Fußnoten arbeitet, lädt die Leser ein, selbst in die Rolle von Entscheidungsträgern zu schlüpfen und außenpolitische Szenarien durchzuspielen. So bezog Florence Gaub auch an dem Abend das Publikum interaktiv mit ein, stellte Fragen und forderte zum Mitdenken auf.

Im Gespräch mit dem SPIEGEL-Journalisten Juan Moreno ging es um die großen Herausforderungen unserer Zeit: geopolitische Spannungen und Klimakrise. Doch statt düsterer Prognosen vermittelte Florence Gaub Optimismus. „Die Zukunft ist offen“, betonte sie, auch wenn in Deutschland ein intellektueller Dünkel gegenüber Optimismus herrsche.

Das moderierte Gespräch war damit mehr als eine Buchvorstellung: Es wurde zu einem Appell für Verantwortung und Mut. Ein Abend, der zeigte, wie Literatur Denkanstöße geben und gesellschaftliche Debatten beflügeln kann. Die Besucher bekamen das Gefühl, dass Zukunft nicht nur von den Mächtigen abhängt, sondern von jedem Einzelnen.

Abschließend gab Florence Gaub einen positiven Blick auf die Zukunft. Wie werden wir in 20 Jahren auf das Jahr 2025 zurückblicken? „Es war eine verrückte, intensive Zeit, und wir haben etwas ganz Großes daraus geschaffen.“

Dr. Florence Gaub  ist Politikwissenschaftlerin, Militärstrategin und Zukunftsforscherin, sie leitet als Direktorin den Forschungsbereich am NATO Defense College in Rom. Gaub berät Regierungen und internationale Organisationen anhand von Zukunftsszenarien und Trendanalysen. Florence Gaub ist eine Ausnahmeexpertin – und eine gewinnende Rednerin für jedes Publikum.

Wenn Sie Florence Gaub für Ihre Veranstaltung als Rednerin anfragen möchten, rufen Sie uns an unter +49 89 5472619-0 oder mailen Sie uns.

2025 November 06

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Prädikat: Erhellend. Fünf Econ ReferentInnen stehen auf der „Denker-Liste“ der F.A.S.

von Marion Gissing und Katja Volkmer

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Im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 21.09.2025 ist „Die Denker-Liste“ veröffentlicht. Die F.A.S. fragt, welche deutschen Intellektuellen uns die Gegenwart am besten erklären. Wer heute die erhellendsten Analysen, Thesen und Theorien hat, um die verschiedenen Aspekte unserer komplexen Wirklichkeit zu durchdringen.

Die Redaktion kürt 28 Top-Denker, darunter folgende Econ-Referentinnen und -Referenten.

Denker-Liste F.A.S.

Navid Kermani: „Der Vermittler“

Dr. Navid Kermani ist Schriftsteller und Orientalist mit iranischen Wurzeln. Er zählt zu den wichtigsten Stimmen in unserer Gesellschaft, wenn es um die Erfahrungswelten von Menschen unterschiedlichster nationaler und religiöser Herkunft geht – und ein an den Menschenrechten orientiertes Zusammenleben. Kermanis literarisches und akademisches Werk erreicht ein großes Publikum und ist vielfach preisgekrönt, unter anderem mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. „Der Vermittler“ überzeugt mit tiefem Verständnis von Kultur, Religion, Gesellschaft und Politik und auch mit Reportagen aus Krisenregionen der Welt. 


Herfried Münkler – „Der Ordner“

Prof. Herfried Münkler ist Politikwissenschaftler und lehrte bis zu seiner Emeritierung an der Humboldt-Universität Berlin. Der gebürtige Hesse hat über Machiavelli promoviert und eine Vielzahl beachteter Bücher und Schriften publiziert, darunter einige Bestseller. „Der Ordner“ ist ein vielfach ausgezeichneter Wissenschaftler und Publizist, gilt als Durchdringer komplexer politischer und gesellschaftlicher Strukturen und hat unter anderem Bundeskanzler beraten. Seine Spezialgebiete sind die Kriege der Vergangenheit und Gegenwart, die Veränderung der Weltordnung und die Zukunft der Demokratie.


Philipp Hübl: „Der Kritiker des Statusspiels“

Prof. Dr. Philipp Hübl ist Philosoph, Bestsellerautor und Gastprofessor für Kulturwissenschaft an der Universität der Künste Berlin. Er setzt sich unter anderem mit der Frage auseinander, wie Emotionen unsere moralische Identität prägen und damit unsere politischen Präferenzen. „Der Kritiker des Statusspiels“ nutzt Erkenntnisse der Moralpsychologie, um die immer stärkere Polarisierung in Politik und Gesellschaft zu erklären. Sowohl als Publizist als auch als Vortragsredner beeindruckt er mit genauester Kenntnis aktueller Entwicklungen. Ob es um den Rechtsruck geht, um Hass und Gewalt im Netz oder Menschenrechtsverletzungen.


Marina Weisband: „Die Wachsame“

Marina Weisband ist Diplompsychologin und Expertin für digitale Partizipation und Bildung. Sie leitet das von der Bundeszentrale für politische Bildung geförderte Projekt „aula“ bei politik-digital e. V., bei dem es vor allem um die demokratische Beteiligung von Jugendlichen geht. Die gebürtige Ukrainerin engagierte sich bei Bündnis 90/Die Grünen und der Piratenpartei. Ihre thematischen Schwerpunkte sind unser demokratisches politisches System, der gesellschaftliche Zusammenhalt und das Potenzial von Empowerment in Zeiten von Krisen, Populismus, Autoritarismus und Ungleichheit. „Die Wachsame“ referiert zudem über Hate Speech, Fake News und politische Debatten auf Social Media.


Guido Steinberg: „Der Vernünftige“

Dr. Guido Steinberg ist ein gefragter Nahost-Experte und Islamwissenschaftler. Der gebürtige Trierer hat unter anderem in Damaskus studiert, spricht fließend Arabisch und bereist immer wieder die Länder der Region und hat zahlreiche bemerkenswerte Bücher und Artikel publiziert. „Der Vernünftige“ kennt sich bestens aus mit der Geschichte und Politik des Vorderen Orients und mit dem islamistischen Terrorismus weltweit. Nach dem 11. September 2001 wurde er Fachreferent für Terrorismusbekämpfung im deutschen Bundeskanzleramt. Heute arbeitet der gebürtige Trierer für die in Berlin ansässige Stiftung Wissenschaft und Politik in der Forschungsgruppe “Naher/Mittlerer Osten und Afrika”.

Wenn Sie einen oder mehrere dieser hochkarätigen (Vor-)Denkerinnen und Denker als Vortragende für Ihre eigene Veranstaltung anfragen möchten, rufen Sie uns an unter +49 89 5472619-0 oder mailen Sie uns.

Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!

Copyrights der Fotos von links nach rechts: Marc Darchinger, Lars Borges, Reiner Zensen, Peter-Andreas Hassiepen, Juliane Marie Schneider.

2025 September 23

Interviews

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Finanzwissenschaftler Prof. Dr. Niklas Potrafke spricht mit uns über die Zollpolitik von Donald Trump, den ,,Herbst der Reformen“, über Sondervermögen und Schuldenbremse.

von Katja Volkmer

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In Berlin wird um die Milliarden gefeilscht, und viele fragen sich: Was passiert jetzt mit dem ganzen Geld, wird es gut und gerecht verteilt?

Wir haben mit einem Experten gesprochen, der gerade mit der Bundesregierung am Tisch sitzt: Niklas Potrafke. Das Know-how unseres Referenten ist auf höchster bundespolitischer Ebene gefragt, ist er doch einer der führenden Finanzforscher unseres Landes. Zunächst blicken wir mit ihm auf die neue Zollpolitik aus Washington.

Professor Potrafke, wirkt sich die Trump’sche Zollfixierung beziehungsweise der ausgehandelte Zollkompromiss mit der EU bereits auf die deutsche Wirtschaft aus?

Die deutsche Wirtschaft ist exportorientiert. Durch die US-Zölle werden unmittelbar Exporte in die USA teurer. Umfrageergebnisse aus dem Juni zeigen, dass mehr als 60 Prozent der vom ifo Institut befragten Unternehmen mit negativen Effekten rechneten. Insbesondere die exportorientierten Maschinenbauunternehmen sind davon betroffen. Darüber hinaus gehen ebenso knapp 60 Prozent der befragten Unternehmen von einem höheren Wettbewerbsdruck durch chinesische Unternehmen aus, die wiederum auf die US-Handelspolitik reagieren. Dies sind vor allem Unternehmen im Bereich der Herstellung elektrischer Ausrüstungen, der Bekleidungsindustrie sowie der Metallerzeugung und -bearbeitung. Wie sich der Zollkompromiss mit der EU nun auf die Einschätzungen der Unternehmen auswirkt, wissen wir aktuell noch nicht.

Auf welche Belastungen müssen sich die Unternehmen hier zu Lande einstellen?

Ein großes Problem ist die Unsicherheit, die gegenwärtig von den USA ausgeht. Es war zwar zu erwarten, dass Donald Trump nach der gewonnenen Wahl, wie in seiner ersten Amtszeit, wieder protektionistische Handelspolitiken betreiben wird. Aber das Ausmaß der Zölle war doch überraschend. Hinzu kommen Trumps Aussichten auf Deals und das Aussetzen der angekündigten Zölle, was kurzzeitig wieder hoffen lässt. Niemand weiß genau, was er als nächstes tun wird. Eine solche Unsicherheit ist Gift für Unternehmen, denen Planungssicherheit immer wichtig ist. Wie groß die Effekte auf die deutsche Wirtschaft sein werden, schätzen wir gegenwärtig in laufenden Analysen ab. Erste Ergebnisse werden wir Ende Oktober haben.

Die Bundesregierung kündigt eine Vielzahl an Reformen an. Welche davon sind echte Konjunktur-Booster, die das Wirtschaftswachstum auf lange Sicht ankurbeln können?

Um langfristig das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, braucht Deutschland Strukturreformen. Wesentlich ist, auf den demographischen Wandel mit Rentenreformen zu reagieren. Die Bevölkerung wird (zum Glück) immer älter, da müssen wir auch länger arbeiten. Das Renten- und Pensionseintrittsalter muss jetzt umgehend erhöht und ebenso an die Lebenserwartung angepasst werden. Wenn die Menschen ein Jahr älter werden, dann sollten sie acht Monate länger arbeiten und vier Monate den Ruhestand genießen. Ebenso wichtig ist es, das Bürgergeld so zu reformieren, dass sich das Arbeiten in Deutschland wieder lohnt. Die vorgesehenen Senkungen der Körperschaftsteuer sind gut, aber es dauert noch, bis Deutschland davon spürbar profitiert. Perspektivisch werden wir weitere Steuersenkungen brauchen, auch die Einkommensteuerbelastung sollte sinken. Deutschland muss ein attraktiver Wirtschaftsstandort sein, wo Unternehmen mit Begeisterung investieren wollen. Und wo Menschen mit Freude arbeiten.

Zu Ihren Spezialgebieten zählen das Sondervermögen und die gelockerte Schuldenbremse. In welchen Feldern sähen Sie das viele Geld besonders gut investiert – und wo droht Geldverschwendung?

Wichtig ist, die Mittel aus dem Sondervermögen für Infrastruktur für zusätzliche Investitionsvorhaben zu verwenden, die das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Dazu zählen beispielsweise Straßen und Brücken, Theater und Sportplätze aber nicht. Zusätzlich bedeutet, dass es neue Vorhaben sein sollen, also solche, die nicht bereits im Kernhaushalt veranschlagt werden. Wenn mit den neuen Schulden aus den Sondervermögen bereits bestehende Projekte aus dem Kernhaushalt finanziert werden würden, dann würden Mittel im Kernhaushalt für neue Vorhaben frei, die meist eben keine Investitionen sind. So soll es nicht sein. Da Politiker gerne Geld für konsumtive Zwecke dazu zählen Subventionen an Unternehmen und vor allem Steuerzuschüsse in die Sozialversicherungen ausgeben, besteht die Gefahr, dass nun mit neuen Schulden der Sozialstaat ausgebaut wird.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Niklas Potrafke leitet das ifo Zentrum für öffentliche Finanzen und politische Ökonomie und ist Professor für Finanzwissenschaft an der LMU München. Die Politik berät er zu Fragen der Finanzpolitik im Rahmen von Projekten für das Bundesfinanzministerium und die Landesministerien. Als Sachverständiger wird er zu Anhörungen im Deutschen Bundestag und den Landtagen geladen.

Wenn Sie Niklas Potrafke für Ihre Veranstaltung als Redner anfragen möchten, rufen Sie uns an unter +49 89 5472619-0 oder mailen Sie uns.

Das Interview führte Katja Volkmer, freie Redakteurin und Mitarbeiterin der Econ Referenten-Agentur.

2025 Juli 17

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Sommerliche Lesetipps: Horizonterweiterndes von unseren Referentinnen und Referenten

von Katja Volkmer

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Was hat ein Pinguin im Wasser mit der neuen Rolle Deutschlands zu tun – und was die existenzielle Krise der USA mit dem literarischen Kanon Gregor Gysis? Oder gar mit Ihren eigenen Deutschkenntnissen? Inhaltlich recht wenig, und doch gibt es eine Klammer: Die Urlaubslektüre, die wir Ihnen hier ans Herz legen, stammt aus der berufenen Feder unserer Redner. Und die Econ Referenten-Agentur freut sich, Ihnen fünf Titel empfehlen zu dürfen, die Ihren Horizont erweitern können – am Strand, in den Bergen oder wo immer Sie sonst Ihre Ferien verbringen.  

Der Pinguin, der fliegen lernte
Eine Geschichte über das Leben, die Liebe und das Glück

Der Arzt, Wissenschaftsjournalist und Bestsellerautor Dr. Eckart von Hirschhausen weiß: Vieles wird leichter, sobald du in deinem Element bist. In diesem zauberhaften Buch erzählt er von einer Begegnung mit einem Tier, das er für eine Fehlkonstruktion hält: dicker Bauch, kann nicht fliegen, keine Knie.

Doch als er den Pinguin schwimmen sieht, ändert sich seine Perspektive – auf das Leben und den Umgang mit den eigenen Unzulänglichkeiten. Schließlich zeigt der Pinguin beim Sprung ins Wasser, was er wirklich draufhat …

Leseempfehlung für alle, die sich ab und zu fragen: „Wie bin ich hierhergekommen?“ Hirschhausen entgegnet: „Wenn es dich als Pinguin in die Wüste verschlagen hat, liegt es nicht nur an dir, wenn es nicht flutscht. Die entscheidende Frage ist: Wie kommst du hier weg?“. Für ein gelingendes Leben und zur Entfaltung der eigenen Stärken gibt er eine Menge grandioser Tipps. Auch toll: die Fotos des preisgekrönten Naturfotografen Stefan Christmann.

Macht im Umbruch
Deutschlands Rolle in Europa und die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts

„Das Buch zur Frage der Zeit“, urteilt Der Spiegel, und auch wir empfehlen Ihnen die richtungsweisende Analyse von Prof. Dr. Herfried Münkler. Zeigt sie doch, wie Deutschlands Rolle neu gedacht werden kann und muss, wenn Europa sich im Spiel der großen Mächte behaupten möchte.

Unser Land ist im Umbruch und erfährt tiefgreifende Veränderungen. Was müssen die Deutschen jetzt tun, um nicht abgehängt zu werden, innen- wie außenpolitisch? Der Politologe und Autor Münkler legt den Finger in die Wunden der deutschen Politik und weiß genau, welche grundlegenden Reformen jetzt nötig sind.

Lesetipp für alle, die sich eine hellsichtige Strategie für das künftige Agieren Deutschlands wünschen. Die wissen wollen, wie das Land seine ökonomische, politische und kulturelle Macht so einsetzt, dass es nicht zu einem Auseinanderfallen Europas kommt.


Die DNA der USA
Eine Entschlüsselung Amerikas

Amerika durchlebt ein epochales Gesellschaftsbeben. Mit zweifelhaften Methoden versuchen die aktuellen Machthaber, die Demokratie zu kapern und eine autokratische Herrschaft zu etablieren. Sandra Navidi legt eine erschütternde Bestandsaufnahme und ein tiefgründiges Porträt einer komplexen Nation vor.

Die in New York lebende Wirtschafts- und Finanzexpertin analysiert Amerikas existenzielle Krise mit messerscharfem Insider-Blick und fast schon prophetischer Vorausschau. Wie groß ist die Gefahr eines Bürgerkriegs? Taumelt Amerika jetzt in den Faschismus?

Leseempfehlung für alle, die verstehen wollen, warum extremistische Christen, Verschwörungstheoretiker oder andere radikale Gruppierungen dabei sind, die Demokratie außer Kraft zu setzen. Navidi analysiert die amerikanische Geschichte, Kultur und Weltanschauung und zeigt, wie stark die Supermacht derzeit von Desinformation, Propaganda und Extremismus beherrscht wird.

Gregor Gysi:
Mein Leben in 13 Büchern 

Es gibt einen Arm voller Bücher, die Gregor Gysi zu Gregor Gysi machten, und die lernen Sie jetzt in eine einzigen Sachbuch kennen. Gemeinsam mit dem Journalisten Hans-Dieter Schütt geht der prominente Politiker und Autor auf eine literarische Erkundungstour und gibt allen Neugierigen seine ganz persönliche Leseliste an die Hand.

Es sind Bücher und Helden, die den Elder Statesman der Linken schon ein Leben lang begleiten. Die ihm Mut gemacht haben, auf Abenteuer mitnahmen und ihn tief berührten. Entstanden ist ein Best-of der überraschenden Art.

Leseempfehlung für alle, die aus erster Hand erfahren wollen, wie ein Gespräch zwischen Gysi und Schiller klingt oder welcher rebellische Rotschopf ihn einst inspiriert hat. Diese Lektüre ist ein köstliches Lob des Lesens und eine unterhaltsame Ode an das gedruckte Wort.

Wie gut ist Ihr Deutsch?
Das Quiz von Bastian Sick

Journalist, Autor und Sprachkünstler Bastian Sick stellt unsere Deutschkenntnisse auf die Probe – unterhaltsam, verblüffend, lehrreich. Oder wüssten Sie aus dem Stehgreif, ob Sie einen „Obolus“ oder einen „Obulos“ leisten?

Das Kartenspiel beinhaltet 60 Fragen rund um Irrungen und Wirrungen unseres Sprachalltags – zur Rechtschreibung und Grammatik, Wortbedeutung und Sprachgeschichte, inklusive komischer Foto-Fundstücke aus dem Alltag. Vom Kartenspiel zu Sicks Bestseller „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ gibt es bereits zwei Ausgaben.

Spielempfehlung für die ganze Familie und alle Sprachliebhaber, die das Thema „Deutsche Sprache“ nicht ganz so bierernst angehen wollen. Sehr brauchbar auf langen Auto- oder Zugfahrten, getreu dem Motto: Tod dem Deppenapostroph, es lebe der Deppenapostroph! 

Wenn Sie nicht nur Lust aufs Lesen oder Spielen bekommen haben, sondern auch einen der Redner für Ihre eigene Veranstaltung anfragen möchten, rufen Sie uns an unter +49 89 5472619-0 oder mailen Sie uns. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!

2025 März 26

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Prof. Dr.-Ing. Dr. Christian Berg, Nachhaltigkeitsexperte, über linke Spinner, kleine Anfragen und die große Zukunft der Nachhaltigkeit

von Marion Gissing

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Unfaire Wahlkampfrhetorik nimmt das Präsidiumsmitglied der Deutschen Gesellschaft Club of Rome sportlich. Aber von Deep-State-Fantasien rät Professor Christian Berg den neuen politisch Verantwortlichen in Berlin klar ab. Lesen Sie, was einer der vielschichtigsten Nachhaltigkeitsexperten von den aktuellen Rempeleien rund um sein Herzensthema hält.

Die gemeinnützige Organisation Club of Rome setzt sich für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit ein. Was macht es mit Ihnen, wenn Sie als „linke und grüne Spinner“ bezeichnet werden? Und was erwidern Sie, wenn Friedrich Merz die Legitimität von NGOs anzweifelt, die sich für Nachhaltigkeit oder gegen Rassismus stark machen?

Ich würde diese im Endspurt des Wahlkampfs gebrauchte Formulierung nicht überbewerten. Viel gravierender finde ich die „kleine Anfrage“ der Union, denn sie legt nahe, dass diese Organisationen staatliches Geld missbräuchlich für politische Ziele verwenden würden. Dafür gibt es, wie die Regierung ja inzwischen erklärt hat, keinerlei Anhaltspunkte. Staatliches Handeln ist zur Neutralität verpflichtet, selbstverständlich. Aber das schließt nicht aus, dass sich zivilgesellschaftliche Akteure an einem Meinungsbildungsprozess beteiligen – im Gegenteil. Der Staat hat sogar eine „freie und offene Meinungs- und Willensbildung“ zu gewährleisten, wie das Bundesverfassungsgericht wiederholt betont hat. Vor allem muss man den Kontext sehen: Es waren ja, zumindest auch, die bundesweiten Proteste gegen die Abstimmung der Union mit der AfD im Bundestag, die Anlass für diese Anfrage waren. Friedrich Merz hat hinterher selbst erklärt, er bedaure, dass es dazu gekommen sei. Ich denke, die Union wäre gut beraten, sich nicht in Deep-State-Fantasien zu ergehen und damit populistische Narrative weiter zu stärken.
 

Der Klimaschutz ist im Wahlkampf ja völlig ins Hintertreffen geraten, bis die Grünen ihren Verhandlungs-Coup gelandet haben. Zeigt das Wahlergebnis, dass die deutschen Wähler*innen vorerst genug vom Klimawandel haben?
Die multiplen Krisen der Gegenwart verdrängen den Blick in die Zukunft. Das ist besorgniserregend, aber auch verständlich. Wer heute seine Existenz bedroht sieht, denkt nicht an morgen. Doch irgendwann fällt es einem auf die Füße, wenn man lange nicht an morgen denkt. Bei der Abhängigkeit von russischem Gas oder beim Thema Verteidigung erleben wir das gerade deutlich. Ich plädiere seit Jahren für einen integrativen Blick auf das Thema Nachhaltigkeit. Denn Energieautarkie ist auch Sicherheitspolitik und Klimaschutz auch Entwicklungspolitik. Wenn wir Klimaschutz und Nachhaltigkeit mehrheitsfähig machen wollen, dann darf die Politik diese Themen nicht in eine bestimmte politische Ecke stellen. Die Zukunft unserer Lebensgrundlagen ist doch wohl nicht Sache einer bestimmten Partei, sie geht uns alle an! Auch die künftige Regierung wird den Klimaschutz adressieren müssen – allein schon aus verfassungs- bzw. europarechtlichen Gründen. Jetzt hat sie ja immerhin zugesagt, 100 Milliarden des Sondervermögens für den Klima- und Transformationsfonds bereitzustellen.

Könnte es sein, dass die Nachhaltigkeit gar nicht mehr oben auf der Agenda stehen muss, weil viele Transformationsziele bereits erreicht worden sind? Hat die Wirtschaft schon begriffen, dass nachhaltige Innovationen und Investitionen entscheidende Zukunftsfaktoren sind – und wichtiger Teil der Wertschöpfungskette?

Ihre erste Frage würde ich vehement verneinen: Die Transformationsziele sind noch lange nicht erreicht! Manche Unternehmen integrieren zwar bereits „grüne Strategien“ in ihre Prozesse, und manche verstehen Nachhaltigkeit durchaus auch schon als Innovationstreiber, wie ich oft argumentiere. Aber insgesamt geschieht das viel zu zaghaft, und es sind noch viel zu wenige Unternehmen! Es geht ja nicht darum, ein paar Prozesse anzupassen oder den Fuhrpark auf Elektroautos umzustellen. Wenn wir wirklich Produktion und Konsum nachhaltiger machen wollen – wie es SDG 12 fordert – dann müssen wir unser Wirtschaften durch alle Wertschöpfungsketten hindurch regenerativ und in Kreisläufen organisieren. Produkte, Dienstleistungen, Prozesse und Richtlinien sind deshalb nach diesen Kriterien zu gestalten, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

Allerdings werden Unternehmen die Transformation allein nicht bewältigen können. Es braucht auch klare, verlässliche und langfristige politischen Rahmenbedingungen, die nachhaltiges Handeln auch belohnen. Und es braucht auch die Nachfrage des Marktes nach entsprechenden Angeboten.

Braucht’s jetzt einen Neustart in Sachen Bewusstsein? Wie wollen Sie das Thema mit Ihren Vorträgen wieder in den Köpfen und Herzen der Menschen verankern?

Nach meinem Eindruck gibt es ein großes Bewusstsein für die Dringlichkeit der großen ökologischen Herausforderungen. Ich beschäftige mich schon lange mit Fragen der Nachhaltigkeit – und es hat immer wieder Rückschläge oder Stillstand gegeben. Wie erreicht man Kopf und Herz? Aus meiner Sicht ist es wichtig, sich zu verdeutlichen, dass diese Fragen uns alle angehen! Es geht um unsere, auch um meine ganz persönliche Zukunft! Und: Ich bin dem allen nicht hilflos ausgeliefert, sondern kann selbst konkrete Schritte tun – im privaten wie im beruflichen Kontext! Angesichts des medialen Dauerfeuers schlechter Nachrichten darf man sich nicht verrückt machen lassen, sondern sollte beharrlich und mit Ausdauer für die eigenen Überzeugungen eintreten. Das wird nicht umsonst sein, davon bin ich überzeugt, und stärkt auch unsere Selbstwirksamkeit.

Geht Ihnen die Rückwärtsgewandtheit in der globalen Klimapolitik nicht gehörig an die Substanz?

Ich kann nicht leugnen, dass es schon sehr deprimierend ist, was momentan an vielen Stellen geschieht. Ich versuche, darauf mit Medienkonsumhygiene zu antworten. Ich dosiere sorgfältig, wann ich mich welcher Art von Informationen aussetze. Und dann finde ich es wichtig, den Blick bewusst auch auf Positives zu lenken. Die Geschichte ist voll von Krisen, Kriegen und Notlagen. Aber es hat immer auch beeindruckende Menschen gegeben, die trotz widrigster Umstände für eine bessere Welt gekämpft haben. Das ist keine Flucht, sondern eine bewusste Entscheidung.

Christian Berg vereint unterschiedliche Welten in sich. Der Physiker, Theologe und Philosoph hat jahrelange Erfahrung in der Industrie, ist in der Politikberatung tätig gewesen, lehrt an verschiedenen Hochschulen das Thema Nachhaltigkeit und ist ein gefragter Redner. Nutzt er doch seine vielfältigen Hintergründe dazu, komplexe Dinge klug, klar und messerscharf aus allen Blickwinkeln zu betrachten. Damit wird der ganzheitliche Vordenker zur multidimensionalen Bereicherung für Ihre Veranstaltung!

Wenn Sie Christian Berg für Ihre Veranstaltung als Redner anfragen möchten, rufen Sie uns an unter +49 89 5472619-0 oder mailen Sie uns.

Das Interview führte Katja Volkmer, Redakteurin und freie Mitarbeiterin der Econ Referenten-Agentur.

2025 Januar 23

Interviews

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Andreas Reinicke, Nahost-Experte, zur möglichen Nachkriegsordnung in Gaza und Israel

von Kathrin Kallio

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Er ist einer der begehrtesten Kommentatoren dieser Tage, wenn es um die Krisen- und Kriegsgebiete im Nahen und Mittleren Osten geht. Im Interview mit der Econ Referenten-Agentur ordnet Dr. Andreas Reinicke, ehemaliger EU-Sonderbeauftragter für den Nahost-Friedensprozess, die aktuelle Lage in Gaza und Israel ein.

Dr. Reinicke, mit Waffenruhe und Geiselaustausch gibt es einen Hoffnungsschimmer rund um Gaza und Israel. Wie optimistisch sind Sie bezüglich des ausgehandelten Abkommens: Werden sich beide Parteien daran halten?
Ich bin vorsichtig optimistisch, dass die Waffenruhe eingehalten wird. Aber das Abkommen ist komplex und in der Umsetzung können jederzeit gewollte oder ungewollte Fehler entstehen. Die wirkliche Herausforderung wird die Aushandlung der zweiten und dritten Phase sein. Ich habe an vielen solcher Verhandlungen teilgenommen und weiß, wie schwierig es ist. Das Vertrauen zwischen Israel und Hamas muss in den ersten sechs Wochen aufgebaut werden.

Sie haben tiefe Einblicke in die geopolitischen Zusammenhänge im Nahen und Mittleren Osten. Stichwort Nachkriegsordnung: Wie könnte ein Lösungsmodell aussehen, das für langfristigen Frieden sorgt?
Trotz vieler Schwierigkeiten halte ich die Zwei-Staaten-Lösung nach wie vor für die beste Lösung für Israelis und Palästinenser. Die Alternativen – Annexion, Vertreibung der Palästinenser oder eine Autonomie mit eingeschränkten Rechten für Palästinenser – werden keine langfristige Ruhe und Sicherheit für Israel mit sich bringen. Detaillierte Pläne für eine Zwei-Staaten-Lösung liegen bereits seit Jahren auf dem Tisch. Nichtsdestotrotz würde dieser Weg schwierig werden.

Welchen Einfluss auf die Weltordnung haben die aktuellen Geschehnisse im Nahen Osten? Wie würde sich etwa eine dauerhafte Friedenslösung auf die globalen Kräfteverhältnisse auswirken?
Die Lösung des Palästina-Konfliktes ist Voraussetzung für die Lösung der übrigen Konflikte in der Region. Namentlich der des Iran mit den arabischen Staaten sowie der religiöse Konflikt zwischen Islamisten und Modernisierern. Bislang können Radikale den Palästina-Konflikt stets zur Mobilisierung eigener Anliegen nutzen. Eine Beruhigung wäre nicht nur für die Sicherheit und das Existenzrecht Israels, sondern auch für unsere deutschen und europäischen Interessen in der Region von immenser Bedeutung.

Dr. Andreas Reinicke ist Botschafter a.D. und Direktor des Deutschen Orient-Instituts in Berlin. Reinicke war im Auswärtigen Dienst auf Posten in Tel Aviv und New York tätig, war Leiter der Deutschen Vertretung in Ramallah und der letzte deutsche Botschafter in Syrien. Von 2014 bis 2020 war er Botschafter in Tunesien. Als EU-Sonderbeauftragter für den Nahost-Friedensprozess vertrat er die EU im Nahost-Quartett. In seinen Funktionen war er maßgeblich an der Formulierung und Umsetzung der deutschen und europäischen Nahost-Politik beteiligt. Andreas Reinicke ist heute ein gefragter Kommentator in Radio und Fernsehen und regelmäßig in Talkshows zu sehen.

Wenn Sie Andreas Reinicke für Ihre Veranstaltung oder Ihr Seminar als Redner anfragen möchten, rufen Sie uns an unter +49 89 5472619-0 oder mailen Sie uns.

Das Interview führte Katja Volkmer, Redakteurin und freie Mitarbeiterin der Econ Referenten-Agentur.

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