2014 Dezember 01

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Sven Plögers Vortrag „Klimawandel: Gute Aussichten für morgen?!“

von Sibylle Nottebohm

Econ Redner Plöger Sven

„Tach“ sagt er zur Begrüßung und wartet gleich mit seinem Markenzeichen auf, den weit ausgebreiteten Armen.  2 Minuten und 15 Sekunen hat Sven Plöger jeden Tag, um uns vor der Tagesschau oder nach den Tagesthemen das Wetter zu erklären. Er tut das so charmant, dass am 26. November der Bürgersaal in Gräfelfing für seinen Vortrag über den Klimawandel bis auf den letzten Platz gefüllt ist.

Wer sich mit dem Thema öfters befasst, kennt oder ahnt viele der Fakten, die Sven Plöger nennt. Etwa, dass in Bangladesch 150 Mio. Menschen auf einer Fläche so klein wie Bayern und Baden-Württemberg mit einem Staatshaushalt wie dem von Hamburg leben müssen. Oder, dass wir jährlich 1,4 mal mehr Ressourcen verbrauchen, als unser Planet generieren kann, z.B. 14 Milliarden Liter Erdöl – pro Tag!

Täglich werden 14 Mrd. Liter Erdöl verbraucht

Nach Aussage von Sven Plöger ist das Klimasystem sehr komplex, die Zusammenhänge daher schwer zu vermitteln. Die Leute wollen das gar nicht mehr hören und glauben lieber den einfachen Erklärungen der Klimaskeptiker. 97 % der Wissenschaftler sagen, dass die Menschen die globale Erwärmung verursachen. Aber die Medien befragen immer beide Seiten und erzeugen daher eine verzerrte Wahrnehmung. Auch Leute wie der frühere CEO von ExxonMobil Lee Raymond mit einem Jahresgehalt von 357 Mio. USD haben wenig Interesse an einer Änderung des Status Quo….

Sven Plöger referiert  mit seinen witzigen Einschüben im Bonner Dialekt so mitreißend, dass man (trotz des vielschichtigen  Themas) gut gelaunt die Ärmel hockkrempeln möchte, um den Klimawandel zu bekämpfen. Denn, so Plöger, die Ressourcenverknappung zeigt, dass es eine Energiewende geben MUSS, und der Klimawandel zeigt, dass es sie JETZT geben muss!

Es muss eine Energiewende geben – Jetzt!

80 % der Energie werden derzeit fossil erzeugt. Dabei liefert die Sonne 6.000 mal mehr Energie, als wir verbrauchen. Eine höhere Energieeffizienz ermöglicht die Entkoppelung von Energieverbrauch und Emissionen. Das Publikum schmunzelt, als Sven Plöger erklärt, wie absurd es ist, daß der Fahrer eines SUV bei z.B. 80 kg Körpergewicht gleich 3 Tonnen Stahl bewegt. Und auch als Sven Plöger den Indirekten Rebound erklärt, lacht der Saal:  Wer dank Effizienzsteigerung Energie und damit Geld spart, etwa durch die Montage von Solarpaneelen, gibt das Geld für anderes aus, das ebenfalls Energie verbraucht, z.B. eine Flugreise nach Gran Canaria.

Sven Plögers Fazit lautet: „Der Klimawandel ist nicht eine Katastrophe, sondern ein Frühwarnsystem unseres Planeten“, und er betont: „Wer die Erde am meisten verschmutzt, verdient am meisten Geld. Das darf nicht sein!“

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