2013 Februar 26

Interviews

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Abschied: Wolfgang Franz verlässt das ZEW und die Wirtschaftsweisen

von Barbara Boesmiller

Er ist einer der einflussreichsten Arbeitsmarktexperten Deutschlands, leitete 16 Jahre das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ZEW in Mannheim und seit 2009 auch die Runde der sogenannten „Wirtschaftsweisen“: unser Redner Wolfgang Franz. Anfang des Jahres erregte er noch Aufsehen mit seinem vehementen Nein zu flächendeckenden Mindestlöhnen, jetzt aber ist Schluss, Wolfgang Franz geht zum 1. März in Ruhestand. Wir haben mit ihm Bilanz gezogen.

Wolfgang Franz, wie ruhig wird er denn, ihr Ruhestand? Würde es „Unruhestand“ besser treffen?

Es wird eher ein gleitender Übergang werden, da ich noch eine Reihe von Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Beiräten und ein Aufsichtsratmandat habe. Aber auf jeden Fall möchte ich noch einige ausgedehnte Reisen machen.

Als Sie ihr Amt als ZEW-Präsident angetreten haben, wollten Sie das Institut bekannter machen und seine Arbeit internationaler. Haben Sie Ihre Ziele erreicht?

Die Ziele sind in der Tat erreicht worden, dank der hohen Qualifikation und des außerordentlichen Engagements der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Sie geben auch das Amt als Wirtschaftsweiser ab. Was wird Ihnen mehr fehlen: Das Forschen am ZEW oder die Möglichkeit, der Politik „die Leviten lesen zu können“?

Beide Ämter haben mir gleichermaßen Spaß gemacht und mein Arbeitsleben geprägt. Insoweit blicke ich sowohl auf das ZEW wie auf den Sachverständigenrat mit heiterer Melancholie zurück.

Ruhestand hin oder her – für Vorträge, Keynotes oder Diskussionen können Sie Wolfgang Franz bei uns natürlich weiterhin buchen. Und auch seinen Nachfolger legen wir Ihnen ans Herz: Der neue ZEW-Präsident Clemens Fuest ist ein ausgewiesener Experte für Steuerpolitik.

 

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