2014 Juni 25

Interviews

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Urs Meiers exklusive Eindrücke von der WM in Brasilien

von Barbara Boesmiller

Ein bisschen neidisch sind wir ja schon auf unseren Redner Urs Meier: Der frühere Weltklasse-Schiedsrichter ist als Regelexperte des ZDF zur WM nach Brasilien gefahren. Im Studio in Rio de Janeiro erklärt er nach den Spielen knifflige Situationen und schwierige Schiedsrichterentscheidungen. In der Rangliste der beliebtesten TV-Experten hat er es damit schon auf Platz drei geschafft. Wir gratulieren und haben ihn nach seinen ganz persönlichen Eindrücken von der WM gefragt:

Urs Meier, die WM ist jetzt 14 Tage „alt“ – wie empfinden Sie die Stimmung im Land? Ausgelassen und fröhlich? Oder eher ruhig oder gespannt, angesichts der Proteste?

Da ich mich „nur“ in Rio aufhalte, kann ich nur die Stimmung von der Copacabana beschreiben. Die ist – je nachdem, welche Teams im Maracana-Stadion spielen – ganz unterschiedlich. Die grösste Stimmung brachten die argentinischen und chilenischen Fans in die Stadt, da war richtig was los. Zudem ist das Public-Viewing eigentlich immer gut besucht und dort herrscht gute Stimmung. „Dank“ der grossen Polizeipräsenz kam es hier auch noch zu keinen Ausschreitungen oder Protesten.

Noch fehlen die Brasilianer

Was mir hier aber fehlt, sind die Brasilianer selbst, welche richtig in Stimmung kommen, so wie wir das in Deutschland erlebt haben. Vielleicht kommt dies noch, wenn die brasilianischen Fussballer endlich zu ihrer gewünschten Form auflaufen.

Was sagen Sie zum Auftreten der deutschen Mannschaft? Wie weit kommen Jogis Jungs im Turnier noch?

Ins Turnier ist man natürlich traumhaft gestartet, das 4:0 gegen Portugal war ein Auftakt nach Maß. Dann hat man es im zweiten Spiel gegen Ghana verpasst, gleich von Beginn an diesen Schwung auszunutzen und die Ghanaer, welche ja ihr erstes Spiel gegen die USA verloren haben, unter Druck zu setzen. Das dann mühsam und mit viel Kraft erzielte 2:2 war letzlich verdient und ich bin sicher, dass sich das deutsche Team für die nächste Runde qualifizieren wird.

Das Viertelfinale – und dann?

Die Teams, welche dort als Gegner auf den dreimaligen Weltmeister warten (Belgien, Algerien, Russland), sollten keine wirkliche Hürde darstellen, womit man schon im Viertelfinale steht. Ich bin sicher, dass auch da noch nicht Schluss ist – ja und dann…….?

Und was hat Sie bisher bei dieser WM am meisten beeindruckt?
Für mich sind es immer wieder die Begegnungen mit den verschiedenen Kulturen und Menschen aus allen Kontinenten, mit den Fußballfans, die zusammenkommen, um gemeinsam ein friedliches Fest zu feiern, die mich faszinieren.

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