2014 Januar 31

Live dabei

Kommentar verfassen

Energiewende 2: Claudia Kemferts Vortrag bei der Münchner Umweltakademie

von Isabel Funke

ECON Redner Kemfert Claudia

Was den Stuttgartern die Wutbürger, sind den Münchnern die Mutbürger – Menschen, die sich einmischen und Dinge voranbringen, z.B. die Energiewende. Im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Mutbürger für Energiewende!“ hatte die Münchner Umweltakademie mit Prof. Dr. Claudia Kemfert Deutschlands gefragteste Energieökonomin zu Gast. Ihr Thema: „Energiewende: Mehr Chancen als Risiken!“.

Claudia Kemfert , die die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin leitet, ist als engagierte Fürsprecherin der Energiewende bekannt. Zunächst widerlegte die eloquente und schwungvolle Rednerin in ihrem Vortrag einige Mythen, die sich um die Energiewende ranken: Sie sei bis 2020 gar nicht zu schaffen, es drohten Blackouts, der Strompreis explodiere.

So legte sie dar, dass der Strompreis keineswegs nur wegen der erneuerbaren Energien ansteigt, sondern z.B. auch weil Kohlekraftwerke Stromüberschüsse produzieren. Dem Atomausstieg müsse der Kohleausstieg folgen. Angesichts der medialen Dramatisierung des Stromkostenanstiegs wies sie darauf hin, dass die Stromkosten gerade einmal 2,5 Prozent der Ausgaben eines deutschen Durchschnittshaushalts ausmachen.

Die Energiewende ist mehr als der Atomausstieg

Claudia Kemfert machte deutlich, dass die Energiewende mehr ist als der Atomausstieg – Strom hat nur einen Anteil von 25 Prozent am gesamten Energieverbrauch. Mobilität und Heizen sind wesentliche Bereiche, in denen Energie gespart werden muss.

Wie kann nun aber die Energiewende gelingen? Claudia Kemfert fordert eine Verknappung des Stromangebots, damit die Börsenpreise stabilisiert werden. Sie plädiert für dezentrale Strukturen, intelligente Stromnetze und die Energiewende „von unten“, also mit den Bürgern. Neben einem klugen Marktdesign seien dringend Verbesserungen beim Emissionshandel notwendig – der CO2-Preis müsse von derzeit unter 5 € auf 20 € pro Tonne steigen.  Dreh- und Angelpunkt bleibt aber das Thema Energieeffizienz, das zu Kemferts großem Bedauern auf politischer Ebene wenig Widerhall findet.

Wenn Sie die Überlegungen von Claudia Kemfert zur Energiewende vertiefen möchten, lesen sie ihre Außenansicht in der Süddeutschen Zeitung. Oder Sie schauen sich den Dokumentarfilm „Leben mit der Energiewende 2“ an, in dem unsere Rednerin mitwirkt.

 

Auf dieses Thema gibt es noch keine Reaktionen

Es sind keine Kommentare erlaubt.