2013 Mai 02

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„Keine Finanzkrise, eine europäische Führungskrise“: Joschka Fischers Außenansicht in der SZ

von Barbara Boesmiller

Es ist ruhiger geworden in den letzten Tagen und Wochen um die europäische Finanzkrise, andere Themen bestimmen die politischen Debatten. Mitten hinein in diese scheinbare Ruhe platzt jetzt die „Außenansicht“ unseres Redners Joschka Fischer in der Süddeutschen Zeitung (leider noch nicht online). Der ehemalige deutsche Außenminister fordert darin eine europäische Vision sowie Mut und Entschlusskraft. Er hält die Finanzkrise keineswegs für überstanden, im Gegenteil: „Die EU zerbröselt in ihrem politischen Kern,“ schreibt Fischer, „die Grundlagen, auf denen das neue Haus Europa steht, beginnen jetzt zu erodieren. (…) Im Zentrum dieses Auflösungsprozesses steht erneut Deutschland.“
Der Grund liegt für Joschka Fischer auf der Hand: Deutschland sei die mit Abstand stärkste wirtschaftliche Macht in der EU und der Währungsunion, habe in der aktuellen Krise aber nicht die richtige Strategie gewählt. Und Deutschland wisse nicht, was es wolle, so Fischer: „Ein deutsches Europa, das niemals funktionieren kann? Oder ein europäisches Deutschland, zu dem der politischen Klasse Berlins mittlerweile ganz offensichtlich der Mut und die Entschlossenheit fehlt?“ Der Preis für das Überleben der Währungsunion sei eine weitere Vergemeinschaftung, also Bankenunion, Fiskalunion, politische Union. Eine lesenswerte Analyse!

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