2013 April 12

Interviews

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Alles Gute, Joschka Fischer!

von Barbara Boesmiller

Er ist wahrscheinlich einer der deutschen Politiker, die am meisten polarisiert haben: unser Redner Joschka Fischer. In den letzten Jahren ist es ruhiger um ihn geworden, er hat sich aus der aktiven Politik zurückgezogen, lehrt an Universitäten und ist als Redner und Berater tätig. Am 12. April feiert er seinen 65. Geburtstag. Für uns Zeit für einen Rückblick und eine kleine Umfrage unter unseren Rednern – über Joschka Fischer, seine Persönlichkeit, seine Rolle und seine Verdienste. Hier sind die Antworten des Parteienforschers Jürgen Falter, des früheren ZDF-Journalisten Guido Knopp und der Moderatorin Ursula Heller:

Jürgen Falter, über Joschka Fischer ist viel geschrieben worden, mit ihm und über ihn ist viel gestritten worden. Welches ist aus Ihrer Sicht sein größtes Verdienst um die deutsche Politik?

„Joschka Fischers größtes Verdienst ist in meinen Augen, dass er die Grünen in die reale Welt der internationalen Beziehungen geführt hat, dass er ihnen, wenn auch schmerzhaft, beigebracht hat, dass Außenpolitik nicht nach dem Lehrbuch des guten Pazifisten funktioniert, dass nicht immer automatisch das Gute, moralisch Bessere obsiegt, es sei denn, man setzt sich mit den geeigneten Mitteln, im Extremfall auch militärischen, dafür ein. Erst dadurch sind die Grünen regierungsfähig geworden. Ohne Joschka Fischer hätte das möglicherweise ein Jahrzehnt länger gedauert.“

Guido Knopp, sie sind Jahrgang 1948 und damit genauso alt wie Joschka Fischer: Was haben Sie mit ihm gemeinsam, als Altersgenosse?

„Mit Joschka Fischer verbindet mich der gleiche Jahrgang, gewiss. Ansonsten nur noch meine Frankfurter Jahre von 1968 bis 1970. Als Erstsemester an der Uni sah man hinter Cohn-Bendit, der die Aura eines echten Revolutionärs hatte , manchmal einen scheuen Jüngling gehen, der dem Meister an den Lippen hing. 30 Jahre später war der Marsch durch die Institutionen absolviert, und nicht der Meister war Vizekanzler, sondern der Jüngling von einst.“

Ursula Heller, Sie haben Joschka Fischer bei ihrer Arbeit als Journalistin erlebt. Er war ja wegen seiner rhetorischen Brillanz manchmal fast gefürchtet – wie ging es Ihnen, hatten Sie Respekt vor ihm?

„Ich war extrem neugierig auf Joschka Fischer, weil er zu den wenigen echten Typen und klugen Köpfen in der Politik zählt.  Die Begegnung fand bei einer Diskussion zur Olympia-Bewerbung von München statt, im BMW-Pavillon. Joschka Fischer war liebenswürdig, sehr witzig und selbstironisch. Für ein längeres Gespräch wäre ich freiwillig noch einen Halbmarathon gejoggt….“

Wir gratulieren unserem Redner Joschka Fischer ganz herzlich und freuen uns auf viele weitere spannende Keynotes und Vorträge bei unseren Kunden 🙂

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