2011 Oktober 26

Für Sie entdeckt, Interviews

Ein Kommentar

Wie wollen wir leben? – Drei Fragen an Ranga Yogeshwar…

von Barbara Boesmiller


…unseren Innovationsexperten. Er hat mit unserem Nachhaltigkeits-Spezialisten Klaus Töpfer ein Buch mit dem Titel „Unsere Zukunft – Ein Gespräch über die Welt nach Fukushima“ herausgebracht. Der Physiker und Fernsehmoderator Yogeshwar und der ehemalige Minister und UN-Direktor Töpfer erörtern darin nicht weniger als die Existenzfragen unserer Zeit – von der Energiewende bis zur Finanzkrise.

Herr Yogeshwar, wie ist dieses Buch denn enstanden? Haben Sie einfach am Kaffeetisch mit Klaus Töpfer ein Aufnahmegerät mitlaufen lassen?

Es war fast so. Das Gespräch fand bei uns zu Hause statt, wenn auch nicht gerade am Kaffeetisch. Wir saßen zusammen und haben strukturiert die verschiedenen Themenkomplexe des Buches erarbeitet. Außer uns waren auch zwei Vertreter des C.H. Beck-Verlags anwesend. Natürlich haben Herr Töpfer und ich das Manuskript unseres Gesprächs noch einmal überarbeitet.

Gibt es ein Thema, bei dem Sie beide wirklich gestritten haben?

Interessanterweise nein. Es war sehr wohltuend, dass keiner von uns beiden eine konfrontative Haltung eingenommen hat, sondern dass unser Gespräch im besten Sinne ein Ringen um die Inhalte war. Wir argumentierten nicht gegeneinander, sondern überlegten miteinander, wie wir die besten Lösungen finden. Und das merkt man dem Buch auch an: dass da zwei Menschen, die jeder auf seinem Gebiet große Erfahrung haben, ohne jede Besserwisserei oder Polemik ihre Gedanken gemeinsam auf den Prüfstand stellen und konstruktiv um Inhalte ringen.

Und wie oder besser in welcher Welt wollen Sie leben – sagen wir, im Jahr 2030?

Das wäre jetzt Seiten füllend… Wir haben ein Szenario vor Augen, wohin die Welt sich entwickeln sollte. Das derzeitige business as usual führt in die Krise, Veränderungen sind also notwendig. Die letzten Kapitel des Buches enthalten hierzu Anregungen. Dabei geht es uns nicht nur um materielle Fragen, sondern auch um eine Veränderung der Wertigkeiten, z.B. das Entstehen eines Wir-Gefühls statt des ewigen „Ich, Ich, Ich“. Um nur ein konkretes Beispiel zu nennen: Ich kann mir vorstellen, dass es 2030 Mobilitätskonzepte gibt, die mehr Freiheit bieten, als der Besitz eines eigenen Autos. Unser Grundtenor lautet: Die Zukunft unterliegt keinem Automatismus, sondern wir haben die Freiheit, sie zu gestalten.

Das Buch von Ranga Yogeshwar und Klaus Töpfer ist im Verlag C.H. Beck erschienen. Und wenn Sie die beiden als Redner zu Themen wie Innovation, Nachhaltigkeit oder Globalisierung buchen wollen, dann wenden Sie sich einfach an uns.

 

 

 

 

 

Auf dieses Thema gibt es eine Reaktion

  1. Christoph

    Klaus Töpfer trägt als Vorsitzender der Ethik Kommission Sichere Energieversorgung mit Verantwortung dafür, dass die Bevölkerung im Abschlussbericht der Kommission über die wahren Bedingungen des Atomausstiegs in die Irre geführt wird. Dort wird nämlich behauptet
    1) Erneuerbare Energien (EE) stünden als Ersatz für die Atomenergie zur Verfügung. – Dies ist nicht korrekt, denn EE heute verfügbar gemacht werden können, müssen sie zuerst dem Klimaschutz zur Verfügung stehen, s.h. Kohlekraftwerke etc. ersetzen. So verlangt es das EEG. Nur deshalb werden die EE gefördert. Vom Atomausstieg steht im EEG nichts. Im Ergebnis müssen deshalb als Ersatz für die Atomenergie neue Kohlekraftwerke gebaut werden. Der BUND listet alle Projekte auf seiner Website auf.

    2) Dort wird weiter behauptet, die europäischen CO2-Emissionen seien durch das Emissionshandelsabkommen bis 2020 gedeckelt, so dass evtl. Mehremissionen in Deutschland durch Investitionen in anderen Ländern ausgeglichen werden. – Auch diese Behauptung ist falsch. Denn das Emissionshandelssystem ist grandios überversorgt (s. z.B. http://www.sandbag.org.uk). Es gibt den von der Kommission unterstellten Preisanreiz für die Investitionen in anderen Ländern also gar nicht.
    Ganz abgesehen davon, ist der deutsche Atomausstieg auch ein europapolitisches Desaster, weil Deutschland sich damit aus den gemeinsamen Anstrengungen der EU zum Klimaschutz verabschiedet und die Schwerarbeit den anderen überlässt.

    Wer das Volk über die energiepolitische Wahrheit so in die Irre führt, ist nicht glaubwürdig, wenn er so ein Buch schreibt.

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