2011 August 25

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Joschka Fischer sieht Nachhaltigkeit als Basis-Trend

von Marion Gissing

Jeder Platz im Saal ist besetzt, über 200 geladene Gäste und viele Journalisten sind anwesend. Eben spricht der Geschäftsführer des einladenden Unternehmens die Begrüßungsworte. Gespannt warten alle auf den Hauptredner: Joschka Fischer, Bundesaußenminister a.D. Ich bin noch ein wenig gespannter als die restlichen Gäste, weiß ich doch, dass Herr Fischer Probleme hatte, pünktlich in Berlin abzufliegen.

„Der Mann, der grüne Politik in Deutschland populär gemacht hat“ – so kündigt ihn die Moderatorin an. Als Joschka Fischer die Bühne betritt, atme ich auf. Er hat es also trotz Flug-Chaos noch rechtzeitig geschafft. Von dem Anreisestress merkt man ihm nichts an. Ganz der Profi tritt er entspannt ans Rednerpult.

Fischer redet völlig frei und ohne Manuskript oder Präsentation. Rhetorisch perfekt verliert er in den 45 Minuten Vortragszeit kein einziges Mal den roten Faden und unterhält das Publikum mit Wortspielen. Auch für die ein oder andere persönliche Anekdote ist sich Fischer nicht zu schade und berichtet u.a. von seiner Zeit als Taxifahrer.

Nachhaltigkeit keine Modeerscheinung

In seinem Vortrag unterstreicht Joschka Fischer, dass es sich beim Thema Nachhaltigkeit nicht um eine Modeerscheinung handelt, sondern um einen anhaltenden Basis-Trend. Und dieser Trend, so Fischer, sei nicht mehr aufzuhalten. Dann holt er aus und spannt einen großen Bogen vom Wachstum der Weltbevölkerung zum Streben nach Wohlstand in China und Indien. Er leitet über zur Bedeutung der Elektromobilität und den damit verbundenen Konsequenzen für die Automobilindustrie in Deutschland. Abschließend fordert er die Wirtschaft auf, sich mehr für Zukunftstechnologien (Energiespeicher, intelligente Logistik, Solarenergie etc.) einzusetzen. Aus Fischers Sicht hat Deutschland alle Chancen, in diesem weltweiten Wettbewerb vorne dabei zu sein.

Zum Abschluss gibt es viel Applaus, und Fischer beantwortet der Moderatorin in seiner gewohnt verschmitzten Art noch einige Fragen.

Fazit: Eine rundum gelungene Veranstaltung, die sowohl bei den Gästen wie bei der Presse für viel positiven Nachklang sorgt.

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