2016 März 16

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Tobias Schrödel: Locky wird immer gefährlicher

von Barbara Boesmiller

ECON Redner Schroedel_Tobias HackerDie Aufregung war groß, als im Februar die Meldungen über den Locky-Virus durchs Netz und die Medien gingen. Millionen Rechner weltweit infiziert, ein Fraunhofer-Institut betroffen, eine Klinik und eine Gemeinde  in Deutschland zahlen Lösegeld, um wieder an ihre Daten zu kommen. Inzwischen aber hört man nicht mehr ganz so viel von diesem Erpresservirus. Wir haben uns gewundert und bei Econ-Redner und IT-„Comedian“ Tobias Schrödel nachgefragt:

Tobias Schrödel, der „Locky-Virus“ ist in der öffentlichen Wahrnehmung recht schnell wieder von der Bildfläche verschwunden. Ist er denn immer noch so gefährlich?
Ja – Locky wird sogar noch gefährlicher. Die Phishing-Mails mit denen er sich verbreitet werden immer besser, immer dreister und sind mittlerweile schwer erkennbar. Zusätzlich nutzt Locky Wege der Verbreitung, die schon fast in Vergessenheit geraten sind und denen wir kaum noch Beachtung geschenkt haben: Makro-Viren in Office-Dokumenten wie Word oder Excel zum Beispiel.

Wie kann ich mich vor diesem Erpresser-Virus schützen?
Drei Dinge sind das. Erstens niemals, wirklich niemals Dateianhänge von Mails öffnen, die man nicht erwartet oder deren Absender man nicht kennt. Zweitens einen aktuellen Virenscanner auf dem System haben … auch auf einem Mac! Und Drittens: sich endlich mal ein Backup anlegen. Wichtig hier ist nur, dass es eine externe Platte sein sollte, die man nach dem Backup wieder absteckt. Locky verschlüsselt sonst auch die Sicherungsdaten.

Und welchen Tipp geben Sie Betroffenen? Soll tatsächlich ich zahlen, um meine Daten zurück zu bekommen?
Eigentlich sollte man Verbrechern niemals Geld geben, das rät auch die Polizei. De facto haben Sie aber keine andere Wahl, wenn Sie kein Backup haben. Und in vielen – leider nicht allen – Fällen bekommen Sie danach auch tatsächlich ein funktionierendes Entschlüsselungsprogramm geliefert und bekommen so Ihre Daten wieder. Nur, darauf verlassen können Sie sich nicht und in so einem Fall wüsste ich auch keine Stelle, an die Sie Ihre Beschwerde richten könnten.

 

 

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