2017 November 28

Interviews

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Börsenexperte Markus Gürne erklärt: Bitcoins für Dummys

von Marion Gissing

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Die digitale Währung Bitcoin begegnet uns zur Zeit häufig in der Medienberichterstattung. Anders als bei Euro oder Dollar gibt es weder Scheine noch Münzen, sondern Bitcoins werden elektronisch erschaffen („geschürft“) und verwahrt. Sie unterliegen keiner zentralen oder staatlichen Kontrolle.

Das klingt alles sehr abstrakt. Aber wir bei der Econ Referenten-Agentur haben den Experten zur Hand, der uns das genauer erklären kann: Markus Gürne. Der Wirtschaftsjournalist und Börsenmoderator ist bekannt dafür, schwierige Sachverhalte allgemeinverständlich darzustellen.

Herr Gürne, Bitcoins – eine Währung die weder Scheine noch Münzen kennt. Wie entsteht und funktioniert dieses Geld?

Markus Gürne: Bitcoins sind die bekannteste der so genannten Kyptowährungen. Der Erfinder Nakamato hat dazu einen Algorithmus geschrieben. Dieser stellt anderen Rechnern eine Aufgabe. Erfüllen sie diese, gibt es eine Belohnung: Bitcoins. Und damit es auch im Netz keine Inflation mit der neuen Währung gibt, hat der Erfinder sich etwas ausgedacht: Alle vier Jahre halbiert sich die Belohnung und bei 21 Millionen Bitcoins ist Schluss. Das Geld entsteht also im Netz und durch Rechner. Größter Vorteil der Bitcoins ist die Unabhängigkeit gegenüber Staaten und Zentralbanken, denn das Bitcoin-Netzwerk kontrolliert sich selbst. Wird eine Transaktion getätigt, wird sie vom Netzwerk kontrolliert. Transparenz also auf anderer Ebene und nicht durch eine Notenbank.

Wer benutzt Bitcoins? Ist das auch etwas für das reale Leben/den Alltag?

Jeder kann Bitcoins kaufen oder verkaufen. Man kann damit einkaufen und durch das Netzwerk sogar selbst welche herstellen. Allerdings wird das mit dem heimischen Rechner schwer. Es ist spezielle Hard- und Software nötig. Sieht man sich die bisherige Entwicklung mitsamt dem raketenhaften Anstieg an, schwankt der Kurs doch ordentlich. Aktuell ist er in schwindelerregenden Höhen. Und viele glauben, das kann weitergehen. Kann, daher sind diese Kryptowährungen momentan vor allem eines – Spekulation.

Was sind die Chancen und Risiken dieser Cyberwährung?

Wegen eben dieser Entwicklungen auf weiter steigende Kurse zu warten oder darauf zu hoffen, birgt eben auch eine Gefahr. Die Fallhöhe ist enorm. Dadurch auch die Blasengefahr!  Und der größte Vorteil – die Unabhängigkeit von Notenbanken – ist auf der anderen Seite auch die Achillesferse. Denn das größte Risiko liegt eben genau darin, nicht wirklich Kontrolle zu haben. Dennoch ist der Bitcoin zum Beispiel in Japan Zahlungsmittel und bei uns immerhin eine Recheneinheit.

Danke für das interessante Gespräch, Herr Gürne!

Übrigens: Zu dem Thema „Der Hype um Bitcoins – das neue Geld der Zukunft“ hat Markus Gürne auch einen aufschlussreichen Vortrag parat.

Sie möchten Markus Gürne als Referent oder Moderator für Ihre Veranstaltung anfragen? Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.

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