2015 April 14

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Thomas Aders stellt sein neues Buch vor

von Isabel Funke

ECON Redner Thomas Aders Buchvorstellung Allah ist groß, die Hoffnung klein

„Allah ist groß, die Hoffnung klein“ heißt das neue Buch unseres Redners Thomas Aders, und vor allem der zweite Teil des Titels prägte den Abend im Münchner Schlachthof. Der ARD-Nahostkorrespondent kennt die Region seit 1998. Seit drei Jahren ist er für die ARD erneut vor Ort – in einer Region, in der vom Arabischen Frühling nicht viel übrig geblieben ist und der Islamische Staat die Vorherrschaft anstrebt.

In seinem Vortrag schildert Thomas Aders die nicht ganz einfache Gemengelage im Nahen Osten: der Zerfall von Staaten wie Irak, Syrien oder Jemen, die Rolle von Schiiten und Sunniten und die Entstehung des Islamischen Staats vor gerade einmal neun Monaten.

IS-Kämpfer verdienen 900 Dollar

Dessen enormen Zuwachs erklärt Thomas Aders mit dem „Raider-Twix-Phänomen“: der IS vereine alle Dschihaddisten unter einem neuen Banner. Außerdem entlohne der IS seine Kämpfer mit 900 Dollar pro Monat mehr als fürstlich – ein Bauarbeiter in Kairo verdiene gerade mal 1 bis 2 Dollar am Tag.

Was diese Entwicklungen für die Menschen vor Ort bedeuten, macht Thomas Aders anhand von Einzelschicksalen deutlich, bei denen es einem angesichts der Brutalität der Täter die Sprache verschlägt. Wenig optimistisch ist Thomas Aders daher für die Zukunft der Region. Die Befürchtung des FAZ-Journalisten Rainer Herrmann, es drohe ein neuer Dreißigjähriger Krieg, hält er für durchaus plausibel.

Wie sehr Thomas Aders die dramatische Lage im Nahen Osten berührt, ist deutlich zu spüren, besonders auch bei der ausführlichen Beantwortung von Fragen aus dem Publikum, die während und nach seinem Vortrag gestellt werden.

 

 

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