2013 März 06

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Frank Schätzing über leuchtende Haustiere und Hotels mit Erdblick

von Isabel Funke

Ist die Vorstellung, mit einem Fahrstuhl ins All zu fahren, nicht faszinierend? Man müsste nur ein Seil von der Erde zu einer Raumstation spannen, an dem der Fahrstuhl emporgezogen wird. Im Vergleich zum Transport mit Raketen wäre nur ein Bruchteil der Energie nötig. Ein Ausflug ins All würde vergleichsweise erschwinglich, Weltraumtourismus zum Massenphänomen. Diese Idee – sie ist übrigens schon 100 Jahre alt! – präsentierte unser Redner Frank Schätzing in seinem Vortrag „Zukunftsgerüchte – wie die Welt wohl eher nicht wird“, den er kürzlich in der BMW-Welt München vor über 500 Physiotherapeuten, Ärzten und Trainern hielt.

Für einen Science-Fiction-Autor wie Frank Schätzing sind Zukunftsszenarien das täglich Brot. Und so konfrontierte er gleich zu Beginn seines Vortrags das Publikum mit einer Nachrichtensendung des Jahres 2025. Zu vier Meldungen fragte er, wer glaube, dass diese 2025 tatsächlich wahr werden könnten. Angesichts der eher zögerlichen Reaktion der Zuhörer bemerkte er trocken: „Sie haben großen Realitätssinn!“

So unwahrscheinlich die Meldungen auch klangen, zumindest teilweise sind sie schon Wirklichkeit: „Japanische Forscher haben es geschafft, Haustiere zum Leuchten zu bringen, damit man nachts nicht mehr drüber stolpert“. Das klingt absurd, doch gibt es seit einigen Jahren Haustiere, denen Gene fluoreszierender Quallen eingebaut wurden.

Warum liegt der Mensch bei Zukunftsprognosen so oft daneben? Weil er über die Zukunft nicht abstrakt, sondern linear denkt, so Schätzing. „Dass eine Frau Premierminister wird, werde ich nicht mehr erleben!“, sagte im Jahr 1969 … Margaret Thatcher! Ganz anders dagegen Leonardo da Vinci, der besondere Weitsicht bewies, als er prognistizierte: „Die Menschen werden eines Tages mit hoher Geschwindigkeit in Kutschen fahren, die nicht von Tieren gezogen werden“.

Bei seinen Mitmenschen diagnostiziert Frank Schätzing weitverbreitete Zukunftsangst. Nur 50 % der Jugendlichen schauten positiv in die Zukunft. Dabei gibt es „die Zukunft“ gar nicht, sie ist reine Einbildung. Nur das Jetzt ist real und beeinflusst die Zukunft. Statt sich der Zukunftsangst zu überlassen, solle der Einzelne die Zukunft lieber aktiv mitgestalten.

Ein Filmeinspieler illustriert die verschiedenen „Zukunftsgerüchte“, die die Menschen verunsichern. Mit sonorer Stimme wie aus dem Off kommentierte Schätzing die futuristischen Szenen, die weit verbreitete Zukunftsannahmen illustrierten wie „Die Roboter nehmen uns die Arbeit ab“ oder „Die Energie wird knapp“.

Zum Schluss malte er sehr zum Vergnügen des Publikums aus, welche Hindernisse ein romantisches Wochenende in einem Zimmer mit Erdblick im „Hotel Hilton Space“ angesichts der Schwerelosigkeit des Weltalls mit sich brächte.

Als der Moderator Frank Schätzing nach dessen überaus unterhaltsamen Vortrag fragt, ob er lieber in die Zukunft oder in die Vergangenheit reisen würde, entscheidet er sich zu meiner Überraschung für die Vergangenheit. Mittelalter und altes Rom, das wär’s!

Wenn Sie Frank Schätzing als unterhaltsamen Redner für Ihre Firmenveranstaltung gewinnen möchten, rufen Sie uns an. Gerne vermitteln wir Ihnen diesen rhetorisch brillanten Bestseller-Autor.

 

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