2013 März 04

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Grenzerfahrungen in der Wüste mit Bruno Baumann

von Sibylle Nottebohm

Endlich habe ich mal wieder Gelegenheit, einen Vortrag unseres Redners Bruno Baumann zu hören, der zum Thema „Wandel als Chance“ spricht.

Gebannt, wie auch die anderen ca. 200 Gäste eines Software-Unternehmens, begleite ich ihn auf seinen waghalsigen Trips durch die Wüsten der Welt. Zu Beginn seiner Abenteurer-Karriere waren die Reisen lange im Voraus vorbereitete große Karawanen, etwa durch die Taklamakan-Wüste, die vor allem eine logistische Herausforderung waren und Verhandlungsgeschick mit den Ortsansässigen benötigten. Der erste Versuch, die Wüste Gobi alleine zu durchqueren, endet fast in einer Katastrophe, denn nur mit letzter Kraft und sehr geschwächt erreichte Bruno Baumann sein Ziel. 

Trotz, oder gerade wegen des Traumas der ersten Wüstendurchquerung im Alleingang, wagt Baumann einen zweiten Versuch. Obwohl die Wüstenbewohner ihm versichern, es gebe unterwegs kein Wasser, deutet er geheimnisvolle Zeichen in der Wüste Gobi richtig und findet einen jahrhundertelang vergessenen Brunnen. Dank seiner Fitness, Willenskraft, Erfahrung und modernster Ausrüstung gelingt Baumann die einsame Wanderung, wobei er pro Etappe (je 120 km) nur 12 Liter Wasser bei sich trägt – gerade einmal drei Liter pro Tag – und mit extremen Temperaturschwankungen von bis zu 40 Grad zu kämpfen hat, bei denen nachts das kostbare Wasser zu Eis erstarrt.

Geschickt und sehr anschaulich vergleicht Baumann seine Abenteuer mit dem modernen Leben: ohne Risiko kein Fortschritt und keine Innovation. Die Verwirklichung einer Vision benötigt viel Durchhaltevermögen, Teamfähigkeit und Gespür für den richtigen Moment. Plötzlich auftretende Stürme oder Kälteeinbrüche – im Geschäftsleben  Rückschläge und Gewinneinbußen – muss man verkraften. Sein Ziel findet man über  Irr- und Umwege und nicht auf ausgetretenen Pfaden. Das dynamische Prinzip des Lebens ist die ständige Bewegung, und Veränderung seine einzige Konstante.

Seine Erfahrungen gibt Bruno Baumann auch in mehrtägigen Management-Seminaren weiter, in denen er Führungskräfte vor Ort in der Wüste Gobi in Teambildung und Durchhaltevermögen trainiert. Er lehrt sie aber auch, wie wichtig Intuition ist, indem er sie auf  elementare Fähigkeiten konzentriert: Wo finde ich Wasser? Wie gehe ich mit einem Kompass um? Wie kann die Gruppe die Fähigkeiten jedes Einzelnen optimal für ihren Erfolg nutzen? Wie lässt sich der überlebensnotwendige Gemeinsinn erhalten, wenn die Führungskraft bei der Wanderung situativ wechselt? Denn mal braucht man einen Erbsenzähler, mal einen Macher und dann wieder den Visionär. So entsteht ein Team, das immer mehr ist, als die Summe seiner Einzelspieler.

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