2012 Oktober 29

Interviews

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Obama for President? – drei Fragen an Christoph Teuner

von Barbara Boesmiller

Eine Woche noch, dann wählt Amerika seinen 45. Präsidenten. Während zuerst alle einen klaren Durchmarsch des Amtsinhabers Barack Obama erwartet hatten, hat der Republikaner Mitt Romney aufgeholt und zeitweise sogar überholt. Das Motto des erbittert geführten Wahlkampfs hätte man dabei mit „noch nie“ umschreiben können: So schmutzig wie noch nie, soviele Lügen (und damit Arbeit für die Fact-Checker) wie noch nie, soviel Geld für TV-Spots wie noch nie und soviele Millionen an Spenden wie noch nie.

Unser Redner Christoph Teuner ist Chefmoderator bei n-tv, hat in den USA studiert und lange dort gearbeitet. Als ausgewiesener Amerikakenner wird er natürlich auch diesmal für seinen Sender über die Wahl berichten. Wir haben ihm unsere „drei Fragen“ zur US-Wahl gestellt.

Wie haben sie den Wahlkampf in den USA empfunden – war er wirklich „so schlimm wie noch nie“ oder im Grunde nicht anders als andere?

Wenn ich ganz ehrlich bin: Auch nicht anders als die anderen sechs Präsidentschaftswahlkämpfe, über die ich schon berichtet habe. Er war halt noch ein bisschen teurer. Und wir hatten den lustigen Wortwechsel mit den Bajonetten und den Atom-U-Booten. Insgesamt aber normale Wahlkampfkost.

Mitt Romney wirkt oft seltsam unnatürlich und ungeschickt. Wieso ist er trotzdem für viele Amerikaner wählbar?

Weil er es schafft, Wirtschaftskompetenz zu transportieren. Und die wird die Wahl entscheiden. Wir in Deutschland mögen Obama und können uns kaum vorstellen, dass die Amerikaner ihn nicht wählen wollen. So toll ist seine Bilanz aber auch nicht. Und mehr Amerikaner als vielen Obama-Fans hier recht ist, denken darüber nach, dieses Mal bei den Republikanern ihr Kreuz zu machen.

Präsident Obama hat viele Erwartungen enttäuscht, liegt in den Umfragen aber wieder vorn und auch die wichtigen Zeitungen geben eine Wahlempfehlung für ihn ab. Gewinnt er also?

Klassische Frage. Unglücklicherweise kann ich nicht in die Zukunft schauen, so gerne ich das auch könnte. Daher die ehrliche Antwort: Ich habe keinen Schimmer!

Den Ausgang der Wahl analysieren wir kommende Woche mit einer unserer RednerINNEN: der US-Amerikanerin und Fernsehmoderatorin Melinda Crane.

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