2012 Juni 18

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Rio plus 20: Wie sieht ein neues globales Wirtschaftsmodell aus?

von Barbara Boesmiller

Er hat den Grundstein gelegt für eine friedliche, nachhaltige Entwicklung in einer globalisierten Welt: Der UN-Gipfel von Rio 1992. Die Weltklimakonvention wurde dort beschlossen, Aufbruchsstimmung herrschte bei Politikern und Umweltaktivisten. Am gleichen Ort findet nun erneut eine große UN-Konferenz statt: „Rio plus 20“ vom 20. bis 22.Juni. Von Aufbruchsstimmung ist diesmal wenig zu spüren, in den Augen der Kritiker ist seit 1992 ohnehin viel zu wenig passiert.

Zwei unserer Redner nehmen an der Konferenz in Brasilien teil: Klaus Töpfer, damals Bundesumweltminister und dann lange Direktor des UN-Umweltschutzprogramms UNEP und Klimaexperte Prof. Dr. Ernst-Ulrich von Weizsäcker. Töpfer war schon 1992 dabei und gilt bis heute sogar als der „Retter von Rio“.

 

Er hat im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau eindrucksvoll die europhorische Stimmung geschildert, die vor 20 Jahren herrschte. Gleichzeitig kritisiert er die Umsetzung der Beschlüsse von Rio als „unerträglich langsam“ – und warnt dennoch davor, „Rio plus 20“ von vornherein abzuhaken. Die deutsche Energiewende beispielsweise hält er für einen Hoffnungsträger, genauso aber „Green Economy“-Projekte in Kenia und Indien.

Das allein aber werde nicht ausreichen, so Töpfer. Ein neues, gerechteres Wirtschaftssystem müsse das Ergebnis von Rio sein. Diese Forderung haben vor dem Gipfel auch hunderte Wissenschaftler aus aller Welt erhoben – und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in einem Gastbeitrag für Spiegel Online. Wohlstand durch Konsum zu sichern, habe keine Zukunft, „dieses Modell ist tot“, schreibt er. „In Rio müssen wir ein neues Modell für ein Wirtschaftssystem des 21. Jahrhunderts entwickeln, das den Mythos widerlegt, dass es zwischen Wachstum und Umwelt einen Nullsummen-Ausgleich geben muss.“

Anstrengend, sicher auch frustrierend, am Ende aber hoffentlich erfolgreich wird er also werden, der Gipfel von Rio. Und da es bei der Umsetzung der Beschlüsse auf uns alle ankommen wird, legen wir Ihnen neben Klaus Töpfer und Ernst-Ulrich von Weizsäcker noch einen weiteren unserer Redner ans Herz: Mit der Industrie(-gesellschaft) der Zukunft beschäftigt sich beispielsweise auch Martin Faulstich, Vorsitzender des Sachverständigenrates für Umweltfragen. Lassen Sie sich von den Herren am besten bei Ihnen vor Ort erklären, wie sich Wirtschaft und Industrie verändern müssen und wo die Chancen der Green Economy liegen…

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