2011 Dezember 15

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Große Depression 2.0?

von Barbara Boesmiller

Mit einer lesenswerten Analyse wartet unser Redner Joseph Stiglitz auf. Der Wirtschaftsnobelpreisträger analysiert in der Vanity Fair die Ursachen der Wirtschafts- und Finanzkrise in den USA und benennt die aus seiner Sicht Schuldigen.

Einerseits seien dies die Banken und die Finanzwirtschaft, die nach dem Platzen der Immobilienblase genauso weitergemacht hätten wie vorher: „A banking system is supposed to serve society, not the other way round“. Und andererseits die Politik und die Federal Reserve, die der Finanzwirtschaft keine Grenzen aufgezeigt und Vorschriften nicht streng genug angewandt hätten. Stiglitz sieht dabei Parallelen zur Großen Depression in den 1930er Jahren.

Wie damals leide das Land unter einer allgemeinen Schwäche der Wirtschaft, so Stiglitz: „Back then we were moving from agriculture to manufacturing. Today we are moving from manufacturing to a service economy.“ Und genau wie damals sei die einzige Chance nun ein massives Investitionsprogramm. Stiglitz plädiert für eine Art neuen New Deal, um Wirtschaft und Gesellschaft in angemessener Zeit wieder auf die Beine zu bringen. Und dafür, endlich die Finanzwirtschaft in die Schranken zu weisen: „The implosion of the financial sector may not have been the underlying cause of our current crisis—but it has made it worse, and it’s an obstacle to long-term recovery.“

 

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