2011 November 16

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Mensch vs. Maschine 1:1 – Gastbeitrag von Tim Cole

von Barbara Boesmiller

Kein Netz? Kein Smartphone? Kein iPad? Hilfe! Ich will mir ein Leben ohne Internet und mobile Geräte gar nicht mehr vorstellen. Aber das geht beileibe nicht allen so – noch ist die „digitale Kluft“ hierzulande so groß, dass ein neuer Verband für eine flächendeckende Breitbandversorgung kämpft. Noch propagieren die einen ein „Recht auf Vernetzung„, während anderen die angebliche Übermacht der Technik Angst macht. Noch sind viele Unternehmen mitten in und nicht am Ende eines digitalen Transformationsprozesses. Einer, der immer wieder mit Bedenken und Fragen zu diesem Thema konfrontiert wird, ist unser Redner Tim Cole. Ein paar Gedanken dazu hat er für uns in diesem Gastbeitrag aufgeschrieben:

Ist der Mensch Herr über den Computer oder ist es umgekehrt? Sagt uns Google, was wir denken dürfen? Ist Multitasking Körperverletzung, wie FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher behauptet? Ich denke nicht.

Meine Zuversicht gründet sich auf eigene Erfahrung und den Austausch mit vielen anderen Menschen, online und „F2F“, oder „Face to Face“, wie es im Internet-Jargon mit seinen unzähligen Abkürzungen so schön heißt. Vor allem macht mich meine Wahrnehmung  von Unternehmen und Mitarbeitern optimistisch, die natürlich in besonderer Weise von der Digitalität und der Vernetzung betroffen sind und die seit Jahren mit ständiger Veränderung ihres Arbeitsalltags, ihrer Geschäftsmodelle, ihrer Kommunikationsgewohnheiten und ihres Verhältnisses zu Kunden und Kollegen leben müssen – und die das alles in der Regel auch sehr gut meistern.

Veränderung kostet Kraft – und bereichert

Das Internet hat die Unternehmen leistungsfähiger gemacht, die Mitarbeiter effizienter und die Kunden anspruchsvoller. Sich an diese Veränderung anzupassen, kostet Kraft, regt aber auch an. Und auch wenn sich Einzelne von der Informationsflut überfordert fühlen mögen, für die Mehrheit der Menschen bedeutet das Internet eine Bereicherung Ihres Lebens.

Das Internet verändert tatsächlich alles – nicht zuletzt den Menschen selbst. Aber gerade für diejenigen, die in die vernetzte Welt des Internets hinein geboren sind oder gelernt haben, sich in ihr zu bewegen, werden die neuen Fähigkeiten der Informationsbeschaffung und -verarbeitung wichtige Voraussetzung für das (Über-)Leben im Digitalzeitalter sein.

Der Mensch passt sich an

Das Fortschrittstempo nimmt immer weiter zu, und damit auch die Furcht vieler davor, überrollt oder gar entmündigt zu werden. Doch solche Ängste sind unbegründet. Der Mensch hat es im Laufe seiner Entstehungsgeschichte immer wieder verstanden, sich einer veränderten Kommunikationsumgebung anzupassen. Das Internet ist lediglich der nächste Schritt auf dem Weg der Menschwerdung. Wer sich vor einer solchen Zukunft fürchtet und deshalb zögert, verpasst eine der aufregendsten Epochen in der Geschichte der Menschheit.

PS: Tim Cole bloggt auch, schon ein bisschen länger als wir 🙂

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