2011 September 12

Für Sie entdeckt, Interviews

Kommentar verfassen

Siegen kann jeder? Drei Fragen an Dr. Michael Gross…

von Barbara Boesmiller

…deutsche Schwimmlegende, Inhaber einer erfolgreichen Kommunikationsagentur, Dozent und gefragter Redner. Während manche Sportler schon zum Karrierestart ihre Autobiografie veröffentlichen, erscheint das erste Buch von Michael Gross erst jetzt, über 20 Jahre nach seiner Schwimmkarriere. Es heißt „Siegen kann jeder“ und ist eben keiner der üblichen Motivationsratgeber. Gespickt mit Ergebnissen aus der psychologischen Forschung, Literaturhinweisen, Links und sogar Entspannungstipps soll es dem Leser helfen, eigene Ziele zu erreichen und damit seine ganz persönlichen Siege zu erringen.

Am besten aber erklärt der Autor das selbst – Michael Gross, wie geht das, „zu siegen“?

Zunächst sollte man sich von der Vorstellung verabschieden, nur wer andere besiegt, kann siegen. Das gilt nur in ganz wenigen Lebensbereichen. Was sollen denn Krankenschwestern oder Feuermänner machen – niemals siegen? Nein! Auch bei mir, war dies nur im Sport so. Und selbst dort hatte ich zunächst eigene Ziele, nämlich die Zeit. Wenn ich die erreicht habe, war das ein Sieg für mich. Wenn die anderen besser waren: Pech gehabt. Und zugleich bekam ich die Aufgabe, es beim nächsten Mal noch besser zu machen.

Warum schreiben Sie erst jetzt ein Buch, so lange Zeit nach Ihren größten Siegen?

Drei Dinge kamen erst zwanzig Jahre nach dem Ende meiner Sportkarriere zusammen. Zunächst einfach genügend Lebensjahre für die Distanz zum Sport, der mich zwar bekannt gemacht hat. Aber alleine die Erfahrungen dort qualifizieren niemanden, ein Buch zu schreiben. Vielmehr zählen andere Teile meines Lebens mehr, wie mein Studium und nun der Unterricht als Lehrbeauftragter für Personalführung. Dazu brauche ich den Überblick über Modelle und Forschungen, was uns bewegt, wie Motivation wirksam wird und wie Menschen dann im Gehirn „ticken“. Und zuletzt einfach die vielen Herausforderungen in meinem Beruf, Menschen im Job zu anderem Verhalten zu motivieren, unter dem Strich zu mehr Freude und Leistung in ihrer Arbeit zu führen.

Und was ist wichtiger im Leben: Der Sieg oder die Niederlage?

Beides gehört dazu. Wenn man nur siegt, hat man sich anspruchslose Ziele gegeben. Gerade die Niederlage weckt auf, sich Dinge neu zu überzulegen. Umgekehrt brauchen wir Erfolgserlebnisse. Und wenn diese im Großen oder langfristig sehr weit entfernt erscheinen, dann sollte man sich für den einzelnen Tag konkrete Aufgaben vornehmen und sich bewusst machen, was ich heute erreicht habe. Sogar als Olympiasieger kann man nicht über Monate trainieren oder arbeiten, ohne die täglichen Erfolgserlebnisse durch kleine Fortschritte. Wir gehen meistens viel zu schnell darüber hinweg.

Das Buch „Siegen kann jeder“ ist ab sofort beim Verlag ecoWIN erhältlich. Und wir vermitteln Michael Gross natürlich gerne als Redner zu diesem Thema.

Auf dieses Thema gibt es noch keine Reaktionen

Hinterlassen Sie eine Antwort