2011 Mai 03

Interviews

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125 Jahre Automobil – Drei Fragen an…

von Barbara Boesmiller und Marion Gissing

Dr. Helmut Becker, ehemaliger Chefvolkswirt von BMW und inzwischen Direktor des Instituts für Wirtschaftsanalyse und Kommunikation (iwk).

Vor 125 Jahren hat der Ingenieur Carl Friedrich Benz Industriegeschichte geschrieben, als er das erste Benzinauto mit Verbrennungsmotor zum Patent anmeldete. Zum ersten Mal gefahren wurde der Wagen allerdings schon 1885 von seiner Ehefrau Bertha Benz. Herr Dr. Becker, welchen Anteil hatte Bertha Ihrer Meinung nach an der „Geburt“ des ersten Automobils?

Einen entscheidenden Anteil, ihr Mann Carl war ein typischer Wissenschaftler – genial aber sehr zögerlich und unsicher. Hätte Bertha die Fahrt nach Pforzheim zu Verwandten mit Reinungsmittel aus der Apotheke  als Treibstoff im Tank nicht unternommen, hätte sich der Verbrennungsmotor  sicherlich erst sehr viel später durchgesetzt. Durchgesetzt hätte er sich aber in jedem Fall! Denn merke: Nichts ist stärker, als eine Idee, deren Zeit gekommen ist! (Victor Hugo).

Wenn Sie zehn Jahre weiter denken – mit welchem Antrieb fährt das Auto, mit dem Sie dann unterwegs sind: Ethanol, Strom, Wasserstoff oder etwas ganz anderes?

Mit Diesel, ausgelegt als Hybrid-Fahrzeug, d.h. mit elektrischer Unterstützung.

Und was bedeutet das für die deutschen Hersteller – wird  Siemens zum Beispiel Daimler und BMW den Rang ablaufen und als Elektrokonzern der Autokonzern der Zukunft sein?

Siemens war Anfang des letzten Jahrhunderts mit Elektroautos in Berlin schon einmal „Automobil-Bauer“. Damals haben sie das Geschäft als nicht zukunftsweisend (zu Recht) eingestellt, heute und morgen wird Siemens dieses Geschäft nicht wieder aufnehmen.  Seine bestehenden Automobilaktivitäten hat Siemens übrigens vor einiger Zeit verkauft!

 

Die „Geburt“ des Automobils vor 125 Jahren wird in diesem Jahr vor allem mit dem Automobilsommer 2011 in Baden-Württemberg gefeiert, dessen Auftakt-Veranstaltung am 07. Mai 2011 in Stuttgart stattfindet. Bis zum 10. September gibt es in der Heimatregion von Carl Friedrich Benz eine Vielzahl von Veranstaltungen, die an seine Pionierleistung erinnern.

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