2016 August 16

Interviews

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Christoph Teuner über aktuelle gastronomische Trends und unterschätzte deutsche Köche

von Isabel Funke

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Sie sind schon vielseitig begabt, unsere Redner. Der eine ist Wirtschaftswissenschaftler und spielt Theater, der andere ist Soziologe und verstärkt mit seinem wohlklingenden Bass einen Münchner A-capella-Chor. Und Christoph Teuner, der ist n-tv-Chefmoderator und zugleich Herausgeber der Gourmetzeitschrift Falstaff. Weil gut Essen auch eine unserer Leidenschaften ist, haben wir Christoph Teuner nach seinen aktuellen Lieblingsrestaurants gefragt:

Christoph Teuner, als Herausgeber der Wein- und Gourmetzeitschrift Falstaff sind Sie ganz nah dran an den gastronomischen Trends. Wo geht die Reise aktuell hin?

Es gibt drei klare Trends: Zum einen wird fein Essen immer informeller – keine Krawatten mehr, weniger weiße Tischdecken und Silber, keine steifen Kellner, sondern lockere Atmosphäre. Zweitens bieten Köche immer häufiger feste Menüs an, bei denen man vielleicht den einen oder anderen Gang weglassen oder hinzufügen kann. Trotzdem insgesamt weniger Wahlmöglichkeit für den Gast. Und schließlich spielen Events eine immer größere Rolle, wie zum Beispiel unser Partner YouDinner sie anbietet: Dinner im Weinberg oder große Tafel im Museum.

Frankreich ist die traditionelle Feinschmeckernation, in Spanien wurde die Molekularküche erfunden – aus welchen Ländern kommen derzeit die innovativsten Köche?

Das kann man nicht mehr wirklich nach Ländern aufschlüsseln. Nachdem während der letzten Jahre die Skandinavier den Ton angaben, findet man inzwischen höchst kreative Köche überall in Europa, in den USA, in Asien oder Lateinamerika. Ich persönlich finde, dass die Innovationskraft der deutschen Köche nach wie vor leider unterschätzt wird. Zu Unrecht: Was Wissler und Co. leisten, ist Weltspitze.

Und für unsere Leser in Berlin, Köln und München – welche Restaurants sind dort Ihre persönlichen Favoriten?

In Berlin das Restaurant Tim Raue. Raue steht zwar schon in allen Führern und ist alles andere als ein Geheimtipp. Aber wie er asiatische Küche interpretiert und deutsche Esser anspricht – das ist einzigartig. Außerdem: großartiger Weinkeller! In München das Dallmayr: Gediegen-konservativer Rahmen und höchst innovative Küche von Diethard Urbansky. Und in Köln das Maibeck am Rhein, gleich an der Philharmonie. Leicht, modern, regional, immer wieder neu und absolut erschwinglich.

Bundesweit ist mein Favorit übrigens das Gästehaus Klaus Erfort in Saarbrücken. Behutsam modernisierte Hochküche in absoluter Perfektion. Auf jeden Fall eine Reise wert!

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