2014 Januar 31

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Energiewende 1: Ernst-Ulrich von Weizsäckers Vortrag beim TÜV Süd

von Isabel Funke

ECON Redner von Weizsäcker Ernst Ulrich

Der Jahresanfang ist die Zeit der guten Vorsätze. Vielleicht war genau das der Grund für den TÜV Süd, bei seinem Neujahrsempfang in München das Thema Energiewende auf die Agenda zu setzen und dazu den Umweltwissenschaftler Prof. Dr. Ernst-Ulrich von Weizsäcker als Redner einzuladen.

In seinem leidenschaftlichen und sehr pointierten Vortrag stellte Ernst-Ulrich von Weizsäcker das Thema in einen größeren Zusammenhang – den der Ressourceneffizienz, ohne die die Energiewende nicht zu schaffen ist. Er umriss zunächst die aktuellen Klimaprobleme: Die Ozeane erwärmen sich und ziehen Wetterextreme wie Wirbelstürme, Überschwemmungen, Dürren und Waldbrände nach sich.

Gleichzeitig stagniert die Klimapolitik. „Die Klimakonferenz in Warschau war in Wahrheit eine Entwicklungshilfeveranstaltung“, brachte er das Problem auf den Punkt. Im Mittelpunkt sei in Warschau nämlich nicht der Klimaschutz selbst gestanden, sondern die Frage, wieviel Geld die Entwicklungsländer von den Industrieländern für den Klimaschutz verlangen können.

Aufruf zur technologischen Revolution

Für Ernst-Ulrich von Weizsäcker liegt die Lösung der Klimaprobleme in einer effizienteren Nutzung von Ressourcen. Sieht man sich die Entwicklungen der Vergangenheit an, so stieg der CO2-Ausstoß nämlich stets parallel zur Wirtschaftsentwicklung an. Nur größere Effizienz kann diesen Automatismus durchbrechen. Ernst-Ulrich von Weizsäcker plädiert deshalb schon seit Jahren dafür, die Ressourcenproduktivität um den Faktor Fünf zu steigern – eine echte technologische Revolution! In seinem gleichnamigen Buch lässt sich nachlesen, wie dies für verschiedene Industriezweige funktioniert.

Doch es wäre zu schön, wenn nur an einer Stellschraube zu drehen wäre. Sinkende Energie- oder Rohstoffkosten ziehen immer einen Anstieg des Verbrauchs nach sich. Fachleute nennen das den Rebound-Effekt. Will man tatsächlich Einsparungen erzielen, müssen die Preise entsprechend den Einsparungen steigen.

Dass hohe Rohstoff- oder Energiepreise beileibe nicht die Wirtschaft ruinieren, zeigt das Beispiel Japan: Obwohl dort die Energiepreise in den Jahren 1975-1990 weltweit am höchsten waren, zog das Land wirtschaftlich und technologisch an allen anderen vorbei. Mit diesem Ansporn an die Ingenieure und Techniker unter den Gästen beendete Ernst-Ulrich von Weizsäcker seine Ausführungen.

 

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